Konzert Junge Bands entern Bühne in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen / Von Matthias Sauter 18.07.2017
Vier Nachwuchsbands der Musikschule Weißenhorn haben den Hof der Pfaffenhofer Hermann-Köhl-Schule gerockt. Sie spielten Chartsongs, aber auch eigene Titel.

Die Anspannung ist den Musikern der Gruppe „Someone“ anzumerken. In  fünf Minuten beginnt ihr Auftritt beim Open-Air-Konzert der Musikschule Weißenhorn auf dem Hof der Hermann-Köhl-Schule. Schlagzeuger Moritz sitzt unruhig auf einer Couch und spielt mit einem Schlüsselbund. Bandkollege David schiebt seine Notenblätter von der einen Hand in die andere. Auch Gitarrist Andreas ist nervös. „Gerade in der letzten halben Stunde ist die Anspannung nochmals gestiegen“, sagt der 13-Jährige und atmet tief durch. Erst seit einem halben Jahr machen die Schüler als Vierer-Formation gemeinsam Musik. Sie kennen sich teilweise noch von der Grundschule, Musikschul-Lehrer Reinhold Lehmuth hat die Band zusammengeführt.

 Im Schulhof spielen die Pfaffenhofer Jugendlichen ihre Versionen der Songs „Lila Wolken“ und „Radioactive“. Von Nervosität ist beim Zuhören nichts mehr zu spüren. Den 80 Besuchern gefällt die Darbietung, sie applaudieren kräftig. Dagegen bewerten die Musiker ihren Auftritt selbstkritisch: „Bei uns ist nicht alles rund gelaufen. Wir haben uns ein paar Mal verspielt“, sagt Sängerin Talia. Die Nachwuchsmusiker sind sich einig, dass der Auftritt lehrreich war. In den kommenden Monaten wollen sie viel Zeit in die Proben investieren.

Aktuelle Chartsongs, aber auch Titel aus den 90ern gibt die Gruppe „Facility“ zum Besten. Die drei 16-jährigen Musiker Isabelle, Julia und Dominik werden in Pfaffenhofen von Lehrer Lehmuth am Schlagzeug verstärkt. An Bühnenerfahrung mangelt es den Teenagern nicht, in den vergangenen Jahren sind sie etwa bei der Weißenhorner Kulturnacht sowie beim „Illertisser Schaufenster“ aufgetreten. „Wir haben alte und neue Songs, schnelle und langsame Lieder im Repertoire“, erläutert Sängerin Isabelle.

Souveräner Auftritt

Ein abwechslungsreiches Programm bietet auch die dritte Gruppe „Voice & Guitar“. Die jungen Erwachsenen haben als Gitarrenschüler angefangen und noch weitere Instrumente erlernt. „Wir bereiten uns seit Weihnachten auf diesen Abend vor“, erzählt der 23-jährige Simon. Beim Open-Air-Konzert liefern die acht Musiker einen souveränen Auftritt ab, zu hören gibt es „Shut up and Dance“ und „Herz über Kopf“.

 Zum Abschluss bespielen schließlich „Foolery“ den Schulhof. Die fünf Weißenhorner sind die Routiniers beim Open-Air-Konzert. Sie haben in den vergangenen fünf Jahren rund 30 Auftritte absolviert. Im Gegensatz zu den anderen Bands verfügen „Foolery“ über jede Menge selbstgeschriebene Songs. „Wir wollen unsere eigenen Botschaften transportieren, uns von dem Einheitsbrei abheben“, berichtet Drummer Gabriel.

Die Philosophie und das musikalische Können von „Foolery“ gefallen Musikschullehrer Lehmuth. Er ist aber auch mit den Auftritten der anderen Gruppen zufrieden: „Alle Gruppen spielen heute an ihrem Leistungslimit.“ Die jährliche Veranstaltung stelle für junge Musiker eine tolle Möglichkeit dar, um Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln.

 „Die Bands können sich mehr als hören lassen“, findet auch Bürgermeister Josef Walz. Er fühlt sich beim Zuhören in seine eigene Jugend zurückversetzt: „In unserer damaligen Tanzband haben wir genauso angefangen wie die heutigen Nachwuchsgruppen.“