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Biberach / SOPHIE JANJANIN  Uhr
Im Roggenburger Ortsteil Biberach ist der Bike-Park des örtlichen Sportvereins eröffnet worden. Die "Biber Biker" haben außerdem eine Jugendsparte im Mountainbike- und Downhill-Fahren gegründet. Mit Video

Die Gesichter sind schlammverspritzt. Doch wenn Jerome Hoyer und seine Kumpels den Helm mit Kieferschutz abziehen, kommt ein breites Grinsen zum Vorschein: Die Mitglieder der Jugendgruppe der "Biber Biker" im SV Biberach sind gut drauf. Kürzlich ist ihr Bike-Park in dem Roggenburger Ortsteil von Bürgermeister Mathias Stölzle, Pater Johannes und dem Sportvereinschef Stefan Kenzle offiziell eröffnet worden. Seither haben die Jugendlichen die Mountainbike-Strecke in Beschlag genommen, steuern ihre Räder über Schanzen, wellige Pump Tracks, Steilkurven und Schlammlöcher.

Den Bike-Park haben die Vereinsmitglieder selbst gebaut, und das auf einem Gelände mit Tradition. "Bereits vor 33 Jahren bauten Sportbegeisterte hier einen Fußballplatz", berichtet Vorsitzender Kenzle. Nach dem Umzug in die Ortsmitte lag das Gelände am Ortsausgang brach. In den vergangenen beiden Jahren sei dort jedoch einiges passiert. "Es ging ganz schön zur Sache beim Baggern, Schaufeln und Graben." Gebaggert hat im Park vor allem Nachwuchstrainer Jerome Hoyer. Von dem Ergebnis ist der 19-Jährige begeistert: "Jetzt habe ich meinen eigenen Trainingsort vor der Haustür."

Ein Mountainbiker ist er, seit er denken kann. Vor zwei Jahren hatte er Downhill entdeckt, das übersetzt so viel wie "Bergabfahrt" bedeutet. Beim Downhill fährt man aber nicht nur Berge hinunter, das Ziel lautet, möglichst schnell und möglichst spektakulär ins Tal zu kommen - über Stock und Stein eben. Dabei gibt es auch Unfälle. Jerome brach sich vor zwei Monaten bei einem Sturz einen Wirbel. Das hieß sechs Wochen Bettruhe. Er findet das aber nicht so schlimm. Seine Mutter runzelt nur die Stirn. "Das ist immer ganz schön aufregend, wenn er ein Rennen fährt", sagt sie. Auch bei der deutschen Meisterschaft war Jerome schon dabei.

Und wie kam er zum SV Biberach? "Ich habe die Biker um Stefan Kenzle immer im Wald getroffen", erzählt er. "Irgendwann kam uns die Idee, mal etwas zusammen zu machen." Seit diesem Jahr gibt es bei den etwa 60 "Biber Bikern" eine Jugendgruppe. "Es geht ums Fahren lernen", sagt Hoyer.

Der richtige Sitz und die Balance wollen gelernt sein, damit man sicher den Hügel hinunter kommt. Der jüngste Biker ist neun Jahre alt. Das perfekte Alter, um einzusteigen, sagt Hoyer. Beim Ausprobieren gebe es immer wieder Überschläge, deshalb dürfen die Kleinsten zum Beispiel den "Na-und-nauf-Kicker" noch nicht fahren. Helmpflicht besteht für alle im Park. Die etwa zehn Kinder und Jugendlichen, die mitfahren, sind begeistert von ihrem neuen Hobby: "Wir wollten das schon immer machen", sagt die elfjährige Nina Steinberger.