Pfaffenhofen Josef Brandstätter ist seit einem halben Jahrhundert Priester

Fühlt sich wohl in Pfaffenhofen: der 78-jährige Pater Josef Brandstätter in seiner Pfarrwohnung. Foto: Markus Watko
Fühlt sich wohl in Pfaffenhofen: der 78-jährige Pater Josef Brandstätter in seiner Pfarrwohnung. Foto: Markus Watko
Pfaffenhofen / MARKUS WATKO 01.08.2013
Seit 50 Jahren ist Pater Josef Brandstätter Priester. Sein Jubiläum hat er jetzt in der Pfarrgemeinde Sankt Martin in Pfaffenhofen gefeiert. Ans Aufhören denkt der 78-Jährige noch lange nicht.

"Schön, dass Du heute bei uns bist", begrüßte der Pfaffenhofener Pfarrer Reinfried Rimmel den Jubilar. Am vergangenen Sonntag hat Pater Josef Brandstätter während eines Dankgottesdiensts sein goldenes Priesterjubiläum mit der Pfarrgemeinde Pfaffenhofen, in der er wohnt, gefeiert. Pater Brandstätter ist als Seelsorger in Ichenhausen tätig. Er durfte am 13. Juli auf 50 Priesterjahre zurückblicken. Damals wurde er im Salzburger Dom zum Priester geweiht.

Ein Volksmissionar hatte Brandstätter zum Theologiestudium gebracht, die Wurzeln liegen aber tiefer: "Ich habe schon immer den Pfarrer meiner Heimatgemeinde bewundert und Interesse an den Aufgaben des Priesters gehabt." Nach seiner Priesterweihe schloss sich Brandstätter, der am 31. Januar 1935 in Schottenberg in Österreich geboren wurde, den Missionaren vom "Kostbaren Blut" an. Diese Vereinigung von Weltpriestern macht sich vor allem die Hilfe und Mithilfe in der Seelsorge zur Aufgabe.

Der Jubilar hat in seiner Priesterzeit an vielen Stationen halt gemacht. Nach dem Theologiestudium führte sein Weg nach Stadl-Paura in der Diözese Linz. Dort hatte der junge Priester eigenen Angaben zufolge eine seiner schwersten Aufgaben zu bewältigen: "Ich musste am Heiligen Abend die Mutter eines Messdieners meiner Gemeinde beerdigen." Nach drei Jahren in Stadl-Paura verbrachte er weitere drei Jahre in Salzburg als Kaplan, bis es ihn nach Maria Baumgärtle ins Unterallgäu zog. Der kleine Wallfahrtsort in der Nähe von Mindelheim wird von den Missionaren vom "Kostbaren Blut" geführt. In den acht Jahren seiner Tätigkeit dort war Brandstätter für Gottesdienste, Seelsorge, Trauungen und Besinnungstage zuständig. 1977 ging der Pater wieder zurück nach Österreich, nach Kufstein-Kleinholz. Dort war er zehn Jahre Rektor der dortigen Wallfahrtskirche und des Exerzitienhauses. Die Kirchenrenovierung war für den Jubilar eines seiner schönsten Erlebnisse. Er bewies sogar handwerkliches Geschick und war sich nicht zu schade, den Schutt der Kirchenrenovierung mit dem Schubkarren abzutragen. Nach sieben Jahren in Kufstein folgten als weitere Stationen Salzburg, erneut Mindelheim und Lindenberg im Allgäu. Seine jetzige Stelle als Seelsorger in der Reha-Klinik Ichenhausen übernahm er im Jahr 2002. Dort ist er bis heute tätig.

Trotz der vielen Stationen habe er es nie bereut, Theologie zu studieren. Als Brandstätter der Ruf nach Ichenhausen erreichte, sagte seine Haushälterin: "Zwei bis drei Jahre wird es hier schon gehen." Mittlerweile sind es elf Jahre geworden. Ein Grund dafür seien auch die Menschen in Pfaffenhofen: "Ich wurde immer hilfsbereit und wohlwollend behandelt", sagt Brandstätter. Während des Gottesdiensts bedankte er sich mit einem "Vergelts Gott" bei der versammelten Gemeinde.

Der 78-Jährige blickt optimistisch in die Zukunft. Ans Aufhören denkt der Seelsorger noch nicht: "Solange der Herrgott einem die Kraft schenkt, sollte man die Aufgaben so gut es geht erfüllen."

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