Oberelchingen Jetzt ist der Bürgermeister seine Kohle los

Der Bücherwurm schlängelte sich gestern Nachmittag durch den Saal im Konstantin-Vidal-Haus: Die Oberelchinger Grundschüler haben 1930 Bücher gelesen und damit die Lesewette gewonnen. Foto: Barbara Hinzpeter
Der Bücherwurm schlängelte sich gestern Nachmittag durch den Saal im Konstantin-Vidal-Haus: Die Oberelchinger Grundschüler haben 1930 Bücher gelesen und damit die Lesewette gewonnen. Foto: Barbara Hinzpeter
Oberelchingen / BARBARA HINZPETER 21.07.2012
Auch beim dritten Mal haben die Kinder die Lesewette gewonnen: Bürgermeister Joachim Eisenkolb durfte gestern beim Sommerfest der Grundschule Oberelchingen den Scheck zücken.

Da war er wieder: der Bücherwurm, den Mütter und Großmütter der Oberelchinger Grundschüler genäht hatten. Beim Sommerfest der Schule schlängelte er sich gestern Nachmittag durch den Saal im Konstantin-Vidal-Haus. Dabei war es schon kein Geheimnis mehr: Auch an der Grundschule Oberelchingen haben es die Mädchen undBuben geschafft, so viele Bücher zu lesen wie der Bürgermeister in Millimetern groß ist: 1930.

Das feierten die Kinder und ihre Lehrerinnen beim Sommerfest ausgiebig."Herr Bürgermeister Eisenkolb ist groß. Doch wir Kinder sind famos. Wir haben unglaublich viel gelesen. Für die Wette ists gewesen. Jetzt ist er seine Kohle los!", sangen die 93 Erst- bis Viertklässler. Und unterm Jubel der Schüler sowie der zahlreichen Eltern, Großeltern und sonstigen Verwandten und Freunde überreichte der Rathaus-Chef den Scheck an Schulleiterin Eva Eisele. Weil die Kinder so fleißig gelesen haben, gab es 1930 Euro - für jeden"Millimeter Bürgermeister" einen.

Oberelchingen war nach Thalfingen und Unterelchingen die dritte und letzte derörtlichen Grundschulen, die in den Genuss dieser besonderen Leseförderung kam. Schließlich geht es darum, die Kinder zum Lesen zu animieren."Wir lesen immer gern", sagten die Drittklässlerin Annika und ihre Freundinnen. Aber wegen der Lesewette, die für die kleine Schule mit 93 Kindern eine große Herausforderung war, legten sie sich ganz besonders ins Zeug. Gezählt haben sie die Bücher nicht.

Weil die Begeisterung nicht gleich verpuffen soll, hat die Schule den Wettgewinn gleich in Büchern angelegt und fünf Klassensätze für die Schullektüre gekauft."Da geht schon fast die Hälfte des Geldes drauf", erklärte Schulleiterin Eisele. Selbstverständlich haben die Kinder diese Bücher gleich gelesen und sich bei den Projekttagen tiefer mit deren Thematik auseinandergesetzt. So sammelte und erforschte eine Klasse, die das Buch"Die tibetanische Rennschnecke" gelesen hatte, die schleimigen Weichtiere und verlor jeden Ekel davor. Erstklässler bastelten Flöße und ein Haus für Bär und Tiger, die zweite Klasse baute Tipis und stellte Indianerschmuck her. Weitere Themen waren die Abenteuer von Odysseus oder die Geschichte"Sams Wal". Stolz präsentierten die Kinder den Besuchern beim Schulfest ihre Werke.

Zuvor aber entführte die Theater-AG die Gäste im Konstantin-Vidal-Haus in eine andere Zeit und eine andere Welt ohne Computer und ohne Mikrowelle, in der die Geschichte von den Heinzelmännchen spielt. Sie ließen sie nach"500 Jahren Langeweile in der Erde" wiederkehren zu den Menschen - in Form von Maschinen. Die Viertklässler verabschiedeten sich mit dem Tanz"And we say goodbye. . .".

Im Schulhaus gab es anschließend nicht nur die Projektergebnisse zu sehen. Die Kinder hatten in den Klassenzimmern zahlreiche Bücherflohmärkte aufgebaut. Wetten, dass hier der eine oder die andere noch die passende Urlaubslektüre fand?