Handel Jeder Kunde ein Bekannter

Matthias Rahn ist in den Familienbetrieb hineingewachsen.
Matthias Rahn ist in den Familienbetrieb hineingewachsen. © Foto: Ingrid Weichsberger
Vöhringen / Ingrid Weichsberger 17.04.2018

Seit knapp 150 Jahren handelt die Familie von Matthias Rahn in der Vöhringer Bahnhof­straße mit Lebensmitteln. Anfangs in einer Molkerei und Käserei. Später wurde das Sortiment mit Lebensmitteln ausgebaut, 1960 wurde daraus der erste Selbstbedienungsladen im Stadtkern. Die Firma Rahn hat dem Run auf die  am nördlichen Stadtrand errichteten Einkaufsmärkte standgehalten. Matthias Rahn versorgt seine Kunden ab Dienstag jeder Woche mit frischem Fisch und natürlich Käse. Dazu werden Lebensmittel aus der Region und Pfister-Brot aus München verkauft.

Ans Aufhören verschwendet der 58-jährige Matthias Rahn keinen Gedanken. „Es macht mir Spaß, es soll weitergehen“, meint der selbstständige Kaufmann. Er beziehe nur seine Waren von Edeka, ansonsten sei er ungebunden. Rahn lobt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinem Personal sehr. Er kennt alle seine Kunden und pflegt die persönlichen Kontakte zu ihnen.

Vor nahezu sechs Jahrzehnten gab es in Vöhringen 22 Lebensmittelgeschäfte, fünf davon waren in der Bahnhofstraße zu finden. Durch den Zuzug der Heimatvertriebenen stieg in der Nachkriegszeit nicht nur die Einwohnerzahl steil an, sondern es wurde im Süden und im Norden der Gemeinde kräftig gebaut. Dort wurden auch Lebensmittelgeschäfte errichtet.

Ergänzend waren in der Kernstadt sieben Metzgereien und sechs Bäckereien daheim. Den Wandel der Zeit haben von den alten Vöhringer Geschäften allerdings nur eine Metzgerei, zwei Bäckereien – Hesser wird zum Monatsende von Staib übernommen – und der Lebensmittelmarkt von Rahn überstanden.

Urgroßvater legt Grundstein

Rahns familiäre Wurzeln liegen in der Schweiz. „Meine Vorfahren waren sozusagen die ersten Gastarbeiter“, scherzt der Kaufmann. Sein Urgroßvater Stefan Rahn habe schon 1870 in der Bahnhofstraße eine Molkerei und eine Käserei  betrieben. Zudem sei dieser Ortsvorsteher gewesen, erzählt Rahn. 1954 wurde das Angebot von Käse und Milch von seinem Vater Georg durch den Verkauf von Lebensmitteln ergänzt. Und als 1960 die Firma Karl Gaißmaier ihren Lebensmittelmarkt neben dem Bräuhaus Lepple aufgab und am nördlichen Ortsrand der neue „Karga“ Supermarkt die Kunden anlockte, wurde seine Mutter Anna aktiv.

Das kleine Geschäft wurde zum ersten Selbstbedienungsladen im Zentrum umgebaut und 1979 erweitert. Geführt wurde dieser Betrieb von Anna Rahn und ihren beiden Schwestern, denn der Molkerei- und Käsefachmann Georg Rahn war inzwischen verstorben. Ergänzt wurde damals der Betrieb durch eine Filiale mit Verkauf von Milch, Käse und Fetten am Schleifweg.

Der Eigentümerwechsel stand 1984 an. Mit der Erweiterung des Einkaufsmarkts übergab Anna Rahn ihr Geschäft an den damals 24-jährigen Sohn. Matthias Rahn hatte nach dem Abitur seine Lehr- und Gesellenjahre im Betrieb seiner Mutter absolviert. Er ist sozusagen in die Firma hineingewachsen.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel