Witzighausen/Reutti Jäger betrachten sich als Anwälte der Tiere

Witzighausen/Reutti / PATRICK FAUSS 04.11.2013
Bei der Hubertusfeier in Reutti standen Aufgaben der Jagd, Ehrungen und die Aufnahme von Jungjägern in die Kreisgruppe im Mittelpunkt.

Mit einer Messe in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Senden-Witzighausen sowie mit einem Festabend und Ehrungen in der Reuttier Gemeindehalle haben gestern mehr als 200 Jäger aus dem Landkreis ihre diesjährige Hubertusfeier begangen, den Auftakt zu Trieb- und Drückjagden. "Respekt vor der Schöpfung und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der uns anvertrauten Tiere", forderte Christian Liebsch, der Vorsitzende der Neu-Ulmer Kreisgruppe im Landesjagdverband.

Insbesondere münzte Liebsch seine Forderung auf das Reh, das wichtigste Jagdtier im Landkreis Neu-Ulm. Dieses müsse waidgerecht und ohne es zu quälen erlegt werden. Liebsch wandte sich gegen Forderungen von Forstleuten und Naturschützern, Wildbestände künftig stärker einzudämmen. Das Thema Wildbestand wurde auch von Hubert Witt, dem Vorsitzenden des Bundes bayerischer Jagdaufseher, aufgriffen. "Wir sind es, die die Lebensrechte der freilebenden Tiere verteidigen." Jagd sei noch nie so angegriffen worden, wie heute. Leben und Tod müssten jedoch als "zwingend notwendige Partner in jedem Naturgeschehen", gesehen werden. Moritz Fürst zu Oettingen-Wallenstein, der unter anderem im Jagdbeirat der Regierung von Schwaben sitzt, aber auch Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist, ergänzte: "Der Rehbock darf nix, der Biber alles."

Landrat Erich Josef Geßner, Chef der unteren Jagdbehörde, nannte die Jäger praktizierende Naturschützer. "Ihre Liebe zur Tierwelt ist noch natürlich geblieben." Die jagdliche Begeisterung für Natur habe nichts mit der verbreiteten romantischen "Bambi-Tierliebe" zu tun. Jäger investierten viel Zeit, Geld und Arbeit in ihre Reviere. Zwar gebe es auch unter Jägern schwarze Schafe. Bei jüngsten Waffenrecht-Kontrollen habe es jedoch kaum Anlass zu Beanstandungen gegeben.

Im Anschluss wurden verdiente Mitglieder geehrt. Und wer die Ausbildung bestanden hatte, bekam den Jägerbrief überreicht.