Aufheim Ja zur Feuerwache

In diesem alten Feuerwehrhaus, das viel zu klein geworden ist und den heutigen Vorschriften nicht mehr entspricht, ist die Wehr untergebracht, bis der Neubau steht. Foto: Oliver Schulz
In diesem alten Feuerwehrhaus, das viel zu klein geworden ist und den heutigen Vorschriften nicht mehr entspricht, ist die Wehr untergebracht, bis der Neubau steht. Foto: Oliver Schulz
Aufheim / WILLI BÖHMER 22.08.2013
Der Neubau eines Feuerwehrhauses in Aufheim hat im Ferienausschuss noch einmal die Gemüter bewegt. Das Gebäude soll 1,2 Millionen Euro kosten, deutlich mehr als ursprünglich erwartet.

Die Pläne sind fertig, das Modell steht, die Kosten sind berechnet: Ein neues Feuerwehrhaus mit Fahrzeughalle und Gebäudetrakt beim Spielplatz Unterdorf in Senden-Aufheim kostet 1,2 Millionen Euro. Dass gebaut werden soll, hat der Stadtrat vor mehr als einem halben Jahr beschlossen. Im Etat stehen dafür aber nur 500 000 Euro. Daher sollte der Ferienausschuss weitere 700 000 Euro bereitstellen.

Die Pläne sehen eine eingeschossige Fahrzeughalle vor, die zwei Fahrzeugen Platz bietet. Darüber wird teilweise eine Lagerbühne ausgebaut. Der zweite Gebäudetrakt soll zweigeschossig ausfallen. Dort werden ein Mehrzweckraum, ein Umkleide- und Sanitärbereich, Technik und Lager im Erdgeschoss entstehen. Ins Obergeschoss kommen ein Schulungsraum, die Jugendfeuerwehr und eine Teeküche.

Der Grünen-Stadtrat Peter Ehrenberg stellte am Dienstagabend fest, er könne darüber noch nicht entscheiden, und stellte einen Antrag auf Vertagung dieses Punktes. Von 350 000 auf 1,2 Millionen Euro Baukosten? Ohne ausführliche Begründung? Das gehe nicht.

Dann verlieren sie viel Zeit, und eine einsatzbereite Feuerwehr sei eine dringende Angelegenheit, hielt Bürgermeister Kurt Baiker dagegen. Die Pläne waren in einer interfraktionellen Sitzung vorgestellt worden, der Kreisbrandrat und der Kreisbrandmeister haben mitdiskutiert und die Aufheimer Wehr ebenfalls. Von knapp einer Million sei man zuletzt bereits ausgegangen, auch weil sich der Untergrund als schwierig erwiesen hat und deshalb eine besondere Gründung vorgenommen werden muss. Das Gebäude ist 40 Zentimeter höher, weil Feuerwehrautos immer größer werden. Es müssen dort getrennte Sanitärbereiche eingerichtet werden, weil heute auch Frauen und Jugendliche aktive Mitglieder in der Wehr sind.

Baiker erhielt Schützenhilfe von Walter Wörtz (CSU). Auch er ist gegen die Vertagung, stellte er fest. Wenn man vertage und im Stadtrat entscheide, werde es keine andere Sachlage geben. Dann komme es zum Schwur: Entweder die Aufheimer Feuerwehrleute erhalten ein vergleichbar modernes Feuerwehrhaus wie andere Sendener Wehren - oder die Stadt bekomme noch einmal die Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn von Ortsteil-Wehren. "Das bringt uns nicht weiter." Und es ist das letzte Feuerwehrhaus, das für eine Sendener Ortsteilwehr gebaut werden muss, die anderen stehen schon, stellte Josef Ölberger (CSU) fest.

Ihn ärgert, dass schon wieder auf den Haushalt des Jahres 2014 zugegriffen wird, stellte Ehrenberg fest. "Was schieben wir dafür nach hinten?" Dass es keineswegs um eine Kostensteigerung von 350 000 auf 1,2 Millionen Euro geht, sondern eher von 1 Million auf 1,2, nahm er zur Kenntnis. Da war er wohl nicht da. In der Abstimmung aber votierten er und sein Fraktionskollege Helmut Meisel doch dagegen. Die große Mehrheit des Ferienausschusses aber genehmigte die zusätzlichen 700 000 Euro. Das neue Feuerwehrhaus in Aufheim kann gebaut werden.