Sie tragen bunte Kleider, mit Fransen und Federn verziert. Ihr Gesicht ist mit den verschiedensten Farben bemalt. So stellt man sich die Indianer vor. Manch einer denkt an die Filme über Winnetou oder Pocahontas. Diese Inidaner-Kultur, die man sonst nur aus Film und Fernsehn kennt, gab es in Auttagershofen zum Anfassen. Dietmar Kupfner und Roman Klug veranstalteten zusammen mit dem "Native American", also einem "echten" Indianer, Cheyenne Black Wolf aus South Dakota, ein Indianer- und Trapper-Treffen.

Gezeigt wurden verschiedenen Tänze in indianerschen Originalkleidung, sowie einige Rituale. Dabei gibt es viele Regeln zu beachten, erklärte Black Wolf. Beispielsweise darf der Tanzkreis nur rückwärts verlassen werden und bei den Ritualen darf keine Fahne zu Boden fallen, sonst wird der Pow Wow abgebrochen. "Jeder Stamm hat seine eigenen Regeln", sagte Black Wolf. Diese lernen die Wahl-Indianer aus Deutschland beim Treffen.

In Auttagershofen haben sich rund 40 Leute versammelt, um die Indianer-Kultur zu zelebrieren. Doch sie sind längst nicht die Einzigen. Zwischen Mai und November gibt es an die 500 bis 600 Pow Wows in ganz Deutschland. "Jeder kann mitmachen", erklärte ein Mitglied des "Golden River Valley", so nennen sich die 40 Wahl-Indianer.

Wie man dazu kommt den Inidanerkult zu leben? "Alles fängt mit einem Hobby an, mit Stickereien und Bemalung", verriet Kupfner alias Sioux, sein indianischer Name. "Im Laufe der Zeit wird es zu einer Lebenseinstellung", sagte er weiter. Aber nur in der Freizeit. Seinem Beruf geht Kupfner, wie auch die Anderen, weiter nach.

Wen das Indianer-Fieber gepackt hat, der konnte auch selbst mittanzen oder im Lager in das Indianer-Leben schnuppern. Teil davon ist auch die Sprache des Stammes Cheyenne, die am Samstag zu hören war und die die Wahl-Indianer schon zum Teil beherrschten. In Begleitung der Besitzer konnten sich Besucher außerdem die Indianerzelte ansehen.

Was die Gäste nicht auf den ersten Blick sahen, war die Arbeit, die hinter der ganzen Aktion steckte. Innerhalb von fast zwei Wochen haben die 40 Leute ihr Lager aufgebaut und auch ein Zelt hergerichtet in dem indiansiche Gegenstände, wie handgemachter Schmuck, Rasseln und Trommelschläger zum Verkauf standen.

Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf und die Einnahmen aus dem Essensverkauf kommen Hilfsprojekten in den Indianerreservaten zugute. Am Essenstand informierte "Native American" Kathy Desch aus Wisconsin in den USA über die Spendenaktion. Der Erlös wird über die Organisation "Indian Trade" in die Reservate geleitet. Die Indianer in Wain machten am Samstag von morgens bis zum späten Nachmittag Programm und zogen die kleinen und großen Gäste in ihren Bann.