Senden In Senden blüht der Beton

Senden / NIKO DIRNER 08.08.2013
Die neue Visitenkarte von Senden, die Veranstaltungsplattform im Stadtpark, nimmt Form an. Schon ist das außergewöhnliche Erscheinungsbild zu erkennen. Zur Eröffnung im Dezember soll es ein Fest geben.

Es grünt im Sendener Stadtpark. Wer diese Nachricht jetzt mitten in der Vegetationsperiode für trivial hält, der irrt. Denn was dort grünt - und auch blüht -, ist nicht nur die Flora, sondern auch die erste Wand der neuen Parkbühne. Wie berichtet, entsteht der in Nord-Süd-Richtung offene Kubus aus einem mit Blütenmustern verzierten und grün eingefärbten Beton. Es soll ein "Mini-Bregenz" werden, sagt Architekt Marcus Wörtz - eine vom Landgraben umspielte Plattform für Theater und Musik.

Bislang steht freilich nur eine riesige grüne Wand im Stadtpark, die Ostseite der Bühne. "Es dauert recht lange, bis wir die Konstruktion zusammengebastelt haben", erzählt Vorarbeiter Günther Stein. Zunächst wird wie bei jedem handelsüblichen Betonbau ein Grundgerüst aus Stahl hochgezogen. An dieser Bewehrung werden die meterhohen Matrizen aus Kunststoff befestigt. Dann bauen die Arbeiter um diese Konstruktion die Schalungswände auf, und die Eisenbieger vollenden ihr Werk. Der Beton kommt bereits eingefärbt ab Werk im Fahrmischer auf der Baustelle an und wird eingefüllt. Am nächsten Morgen müssen sie die Schablone wieder abziehen, berichtet Polier Stein. Sonst klebe sie fest und lasse sich nicht erneut verwenden.

Derzeit entsteht die zweite Außenwand auf der bereits ausgehärteten Bodenplatte. Bis Dezember soll das wahlweise Park- oder Seebühne genannte Bauwerk fertig sein. Dazu gehören auf der Nordseite sanft ansteigende Sitzreihen für 300 Zuschauer. Den Schlusspunkt wird der Landschaftsgärtner setzen: Er muss den Landgraben so verändern, dass das kanalisierte Flüsschen wie ein Naturbach durch den Park fließt und sich vor der Bühne ein wenig aufstaut. Für den Betrachter wird es aussehen, als umspiele das Wasser die Bühne, sagt Bürgermeister Kurt Baiker. Tatsächlich werde der Beton mit einer Folie geschützt.

Um in dem weiten Gelände einen geschlossenen Besucherraum zu erhalten und den Zuglärm etwas abzuhalten, entsteht auf der Westseite der Bühne zudem eine lange Wand aus mit Steinen gefüllten Drahtkörben. Diese soll begrünt werden. Einige Meter gen Norden steht bereits der Rohbau für das wohl am meisten diskutierte Klo im Landkreis (wir berichteten). Am Fußgängersteg über die Bahn haben Arbeiter jetzt das Loch ausgehoben, in welchem die Skateanlage installiert wird. Wo heute die Halfpipe steht, wird ein Basketballfeld angelegt.

Für den Bürgermeister ist die grüne Bühne mit ihrer Blattstruktur einmalig in der Region. Es soll die neue "Adresse", die Visitenkarte von Senden werden. Die Stadt habe sich die Optik jetzt sogar rechtlich schützen lassen. Zur Eröffnung im Dezember will die Kommune ein Fest steigen lassen. Verena Saur vom Kulturamt sei dabei, die Veranstaltung zu planen. "Noch wird aber nichts verraten", sagt Baiker.

Daten und Fakten