Soziales In Planung: Drei-Gänge-Menü für Bedürftige in Senden

Thea Krämer, Initiatorin des Projekts „Essen für Bedürftige“.
Thea Krämer, Initiatorin des Projekts „Essen für Bedürftige“. © Foto: Sonja Fiedler
Senden / Sonja Fiedler 03.05.2018

Tomatensuppe mit Einlage, mariniertes Putenbrustfilet mit Kartoffeln und Salat, selbstgebackener Kuchen – und Kaffee: Dieses oder ähnliche Menüs könnte es in Zukunft einmal im Monat in Senden für Bedürftige geben. „Ich bin dafür, dass man sich gegenseitig hilft“, erklärt Thea Krämer, die Initiatorin des Projekts. „Die Leute sollen fröhlich kommen und ihr Essen genießen. Das wäre mein Wunsch.“

Die Idee zu dem Mittagstisch hat Krämer aus Neu-Ulm mitgebracht. Dort hilft sie seit mehr als einem Jahr bei einer vergleichbaren Aktion mit. Unter dem Motto „Gemeinsam genießen“ wird dort zweimal im Monat von einer Gruppe Ehrenamtlicher für Bedürftige gekocht. „Immer gegen Ende des Monats, wenn das Geld knapp wird“, erklärt Krämer. Anfänglich traf man sich in einem Bistro, inzwischen ist das Projekt in der Petruskirche untergeschlüpft. Das Angebot hat sich herumgesprochen: Zu jedem Essen kommen rund 25 Menschen, sagt Krämer. „Darunter ältere Leute mit kleinen Renten und Hartz IV-Empfänger.“

Schon länger wünschte sich die Sendenerin, auch in ihrer Heimatstadt ein vergleichbares Angebot zu schaffen. Sie sprach Hannelore Beck von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) an, deren Vorstand Krämer angehört. „Frau Beck hat gleich gesagt: Da machen wir mit.“ Gern wollte Krämer auch die Stadt Senden mit ins Boot holen. „Ich hab einfach den Bürgermeister angeschrieben und ihn gefragt, wie er zu dem Plan steht.“ Raphael Bögge habe positiv reagiert und sie zu einem Gespräch mit Melanie Gindler von der Freiwilligenagentur „Ehrenwert“ eingeladen.

„Das Ganze ist auf jeden Fall eine gute Sache“, sagte der Rathauschef auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. Er signalisierte generelle Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen. Bögge wies allerdings darauf hin, dass es noch keine konkreten Entscheidungen gibt: „Das muss alles noch sauber geklärt werden, wir sind da noch ganz am Anfang.“ Die Idee ist wie folgt: An jedem letzten Dienstag im Monat könnte laut Krämer ein Mittagessen für bedürftige Sendener an gedeckten Tischen serviert werden. Etwa 25 Besucher seien realistisch, sagt sie. Anders als in Neu-Ulm solle die Zahl vorher feststehen und Einladungen ausgegeben werden. Dies könnte eventuell über die Sendener Tafel und die Stadt geschehen.

Die Lebensmittelkosten für ein Menü für 25 Personen schätzt Krämer aus ihren Erfahrungen heraus auf rund 60 Euro. „Damit kommt man gut aus.“ Die Finanzierung sei noch unklar, Krämer hofft auf Unterstützung der Stadt, glaubt aber, dass nicht der ganze Betrag nötig ist. „In Neu-Ulm bekommen wir immer Spenden, sowohl Geld als auch Kartoffeln oder Gemüse.“

Auch noch nicht geklärt sei die Raumfrage, sagt Krämer. Sie habe bei der Kirchengemeinde St. Josef der Arbeiter angefragt, ob man die Küche und einen Nebenraum im Haus der Begegnung nutzen könne. Die Entscheidung der Gremien stünden aus. „Aber ich hoffe, dass es klappt“, sagt Krämer. Schön fände sie es, wenn im Juni oder Juli mit dem Mittagstisch begonnen werden könne.

Eine Konkurrenz zu „Mehr als ein Mahl“, dem Mittagstisch für alle, der schon wiederholt von einem ebenfalls ehrenamtlichen Team im evangelischen Gemeindezentrum Paul-Gerhardt-Haus angeboten wurde, wollen Krämer und ihre Mitstreiter nicht sein. „Das ist ja ein ganz anderes Konzept.“  Bei „Mehr als ein Mahl“ sind alle Sendener angesprochen, unabhängig vom Geldbeutel, und es finden, ähnlich wie bei der Vesperkirche in Ulm, stets mehrere Aktionstage am Stück statt.

Thea Krämer habe schon eine Reihe Freiwilliger gefunden, die bei dem Projekt in der Küche und bei den Vorbereitungen helfen würden, sagt sie. Weitere Mitstreiter werden aber noch gesucht, könnten vielleicht über die Freiwilligenagentur gewonnen werden. Auch Lebensmittel und Geldspenden wären sehr willkommen. Für Thea Krämer wäre es eine große Freude, wenn das Projekt in Senden ins Laufen käme und Anklang fände: „Es ist mir ein Bedürfnis, Leute, die wirklich Hilfe gebrauchen können, zu unterstützen.“