Bürgermeister Im Notfall muss der Älteste ran

Weißenhorn / Patrick Fauß 04.08.2018

Ein Notfallplan für den Notfall“, ist in der jüngsten Stadtratssitzung in Weißenhorn beschlossen worden. Es ging um die Frage, was passiert, wenn der Erste Bürgermeister Wolfgang Fendt beispielsweise in den Ferien ist, Fendts Stellvertreter Ernst Peter Keller krank und der Dritte Bürgermeister Josef Zintl verhindert.

Die Verwaltung hat für diesen Fall vorgeschlagen, die Stellvertretung für den Ersten Bürgermeister zu regeln. Und zwar soll in diesem wohl eher seltenen Fall der Fälle das älteste Stadtratsmitglied die Geschäfte übernehmen. Das wäre nach Lage der Dinge Werner Weiss, langjähriger Sprecher der Weißenhorner Überparteilichen Wähler (WÜW). Rechtsanwalt Weiss ist 63.

Günther Hogrefe (CSU) machte den Vorschlag, stattdessen das jüngste Stadtratsmitglied in die Verantwortung zu nehmen. In der nächsten Legislaturperiode könne dann überlegt werden, einen vierten oder gar einen fünften Bürgermeister zu bestimmen. Letzteres würde die Amtsinhaber außerdem beim Wahrnehmen von Terminen entlasten.

Der Zweite Bürgermeister Ernst Peter Keller (CSU) – er vertrat in dieser Sitzung den Ersten Bürgermeister Wolfgang Fendt – hoffte gar, dass die Riege der Bürgermeister gar nicht erweitert werden muss. Es gehe darum, wer zum Beispiel eine Stadtratssitzung leitet, sollte keiner der drei Bürgermeister verfügbar sein.

Bernhard Jüstel (WÜW) warf ein, dass das Stadtratsmitglied mit dem höchsten Dienstalter ein guter Vertreter wäre. Marcus Biberacher (CSU) wiederum schlug vor, dass Thema zurückzustellen und zunächst mit den Fraktionsvorsitzenden auszudiskutieren.

SPD-Fraktionssprecher Herbert Richter war der Meinung, das Gremium solle der Beschlussvorlage der Verwaltung zustimmen. Richter machte sich zudem dafür stark, in den kommenden zwei Jahren zu beobachten, wie sich die Dinge tatsächlich entwickelten – ob besagter Notfall überhaupt einmal eintritt und die Regelung dann greift.

In der Abstimmung nahmen die Stadträte den Vorschlag der Verwaltung schließlich bei einer Gegenstimme an. Das älteste Mitglied im Stadtrat wird künftig also Vertreter, sollten die drei anderen Bürgermeister ausfallen. Derzeit wäre dies, wie gesagt, Werner Weiss.

Seit 2006 Bürgermeister in Weißenhorn

Verwaltungschef Wolfgang Fendt ist seit 1. Juli 2006 Erster Bürgermeister der Stadt Weißenhorn. Der 53-Jährige wohnt mit seiner Frau im Kreis Günzburg. Fendts Amtszeit läuft noch zwei Jahre. Ob er sich  für eine dritte Amtsperiode bewirbt, ist noch nicht bekannt. 

Werdegang Fendt hat Jura an der Uni Augsburg studiert und dort auch promoviert. Er war Richter am Verwaltungsgericht Augsburg und Abteilungsleiter im Landratsamt Günzburg.

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