Ausschuss Illertissen: Stelle für Asylarbeit verlängert

Illertissen.  / Bianca Frieß 05.07.2018

Dieser Beschluss sorgte für Applaus im Publikum, in dem einige Mitglieder des Helferkreises saßen: Die Stelle für Asylarbeit in der Stadtverwaltung wird für zwei weitere Jahre verlängert. Der Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss stimmte einstimmig zu, die 25-Prozent-Stelle, die zurzeit von Melitta Balaban besetzt ist, zu erhalten. Damit gibt es auch künftig im Rathaus eine Anlaufstelle für Asylbewerber und Helfer. „Für die ehrenamtlich tätigen Leute ist das zur Koordinierung unverzichtbar“, sagte Stadtrat Dr. Ansgar Batzner (Freie Wähler).

Zuvor hatte der Illertisser Helferkreis in einem Brief beantragt, den Ende Juli auslaufende Vertrag fortzuschreiben. Balaban übernehme wichtige Koordinationsaufgaben mit anderen Verwaltungsstellen wie dem Landratsamt, heißt es darin. Auch bei der Wohnungs- und Arbeitssuche sei sie „für Vermieter und Arbeitgeber eine wichtige und vertrauenswürdige Anlaufstelle“.

Viele Asylbewerber in Illertissen

Die Arbeit wird dabei nicht ausgehen. Denn in Illertissen leben – prozentual zur Einwohnerzahl gesehen – mehr Asylbewerber als in den meisten anderen Kommunen des Landkreises: 155 Personen, das entspricht knapp einem Prozent der Bevölkerung. In den kommenden Wochen werden nochmal 14 Geflüchtete dazukommen, berichtete Bürgermeister Jürgen Eisen. Zum Vergleich: In der Stadt Neu-Ulm liegt der Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei rund 0,5 Prozent.

Der Hintergrund: Angesichts sinkender Flüchtlingszahlen kündigt der Landkreis nach und nach die Mietverträge der Gebäude, die zur Unterbringung der Asylbewerber gebraucht wurden. 2016 und 2017 wurden 20 Unterkünfte aufgelöst, 2018 folgen etwa zehn weitere. In Illertissen hat der Landkreis aber zwei größere Gebäude angemietet, bei denen der Vertrag noch länger läuft. Deshalb leben in der Vöhlinstadt relativ viele Asylbewerber. Mehr als ein Drittel davon sind so genannte Fehlbeleger: Ihr Asylantrag wurde anerkannt, sie müssten sich eigentlich eine eigene Wohnung suchen. Das ist in der Praxis aber schwierig.

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