Verkehrsüberwachung Illertissen: Raser vor Schulen

Illertissen / Bianca Frieß 12.05.2018

In Illertissen wird zu schnell gefahren – und das „leider oft vor Schulen und Kindergärten“, sagt Martina Matzner, Leiterin der Kommunalen Verkehrsüberwachung (KVÜ). Ihre Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Die Geschwindigkeitsüberschreitungen fielen im Schnitt höher aus als noch im Vorjahr. „Die Leute waren schneller unterwegs“, berichtet Matzner. In der Nähe der Berufsschule in der Franz-Mang-Straße wurde die höchste Überschreitung gemessen: Ein Autofahrer war mit 64 Sachen in der Tempo-30-Zone unterwegs. Die Strafe: 160 Euro Geldbuße, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Insgesamt wurden 2017 in Illertissen 3517 Temposünder erwischt, etwa 37 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Für diese Steigerung ist aber vor allem das neue Messfahrzeug der KVÜ verantwortlich, das nun seit August 2016 im Einsatz ist. „Wir können jetzt beidseitig blitzen und zur gleichen Zeit zwei Fahrtrichtungen überwachen“, sagt Matzner. Das habe so manchen Autofahrer überrascht, der sich vermeintlich außerhalb des Blitzer-Bereichs wähnte.

Auch in den meisten anderen Gemeinden, die an der KVÜ beteiligt sind, wurden 2017 mehr Autofahrer geblitzt als im Vorjahr: Neben Illertissen sind in Senden, Weißenhorn und Altenstadt „die Fallzahlen stark angestiegen“, heißt es im Bericht. Nur in Unterroth wurden weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen, in Vöhringen blieben die Zahlen konstant. Wobei viele der ertappten Temposünder nicht mutwillig handeln, meint Matzner. „Es ist nicht so, dass es nur rücksichtslose Autofahrer gibt.“ Oft werde wegen Zeitdruck zu schnell gefahren, die Aufmerksamkeit fehle.

Sie kann aber auch von einer positiven Entwicklung berichten: Es gibt weniger Mehrfachtäter. „Wir können davon ausgehen, dass die Autofahrer langsamer tun, wenn sie einmal geblitzt wurden“, sagt die KVÜ-Leiterin. „Das hat schon einen gewissen Erziehungseffekt – zumindest für eine gewisse Zeit.“

Außerdem halten sich die Autofahrer beim Parken offenbar mehr an die Regeln: In Illertissen wurde ein Rückgang um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. 2722 Parksünder wurden ertappt. Auch in Senden, Vöhringen und Weißenhorn gingen die Zahlen zurück – in Weißenhorn sogar um 25 Prozent. Kontrolliert werde vor allem in der Innenstadt, berichtet Matzner: „Aber auch in Wohngebieten, wenn wir Beschwerden bekommen.“

Kulanter als in Ulm

Insgesamt sei man bei den Kontrollen aber wesentlich kulanter als etwa in Ulm, wo die Parkplätze schließlich viel knapper seien, sagt die KVÜ-Leiterin. „Wir sind doch noch ländlich geprägt.“ Gerade im Parkbereich achte man auf eine Kulanz-Zeit. „Da gibt es nicht gleich nach vier Minuten ein Knöllchen – wir wollen ja keine Abzocker sein.“

Was für dieses Jahr geplant ist? Es werden zwei weitere Außendienstmitarbeiter im fließenden Verkehr eingelernt, um diese Aufgaben über mehrere Schultern zu verteilen. Außerdem steht im kommenden Jahr eine größere Anschaffung an, die die KVÜ noch mit allen beteiligten Kommunen absprechen muss: Eine neue Radaranlage muss her, berichtet Matzner. „Wir behalten dabei immer den technischen Fortschritt im Auge, da tut sich ja bestimmt einiges.“

KVÜ verzeichnet ein Plus

Ergebnis Finanziell gesehen lief das Jahr 2017 in allen sechs beteiligten Städten und Gemeinden gut – überall verzeichnete die KVÜ ein Plus. In Illertissen liegt das Ergebnis bei rund 40 300 Euro. In Senden blieben etwa 23 400 Euro übrig, in Vöhringen 13 800 Euro, in Weißenhorn 13 500 Euro in Unterroth 3700 Euro und in Altenstadt 6800 Euro.

Gebühren Das Ergebnis in Illertissen setzt sich so zusammen: Im Parkbereich wurden Gebühren von rund 38 200 Euro kassiert, davon blieben nach allen Ausgaben 10 600 Euro übrig. Temposünder wurden mit insgesamt 86 900 Euro zur Kasse gebeten, davon blieben 29 700 Euro übrig.