Sozialarbeit Probleme an Schulen in Illertissen nehmen zu

Illertissen / bf 18.05.2018
Die Sozialarbeiter an der Mittel- und Grundschule in Illertissen haben immer mehr zu tun – etwa mit Gewalt und Beleidigungen.

Gewalt, Beleidigungen, Schwänzen: Solche Probleme machen den Jugendsozialarbeitern an der Erhard-Vöhlin-Mittelschule und der Bischof-Ulrich-Grundschule immer mehr zu schaffen. „Die Anforderungen steigen“, sagt Johannes Weber, der mit Sozialpädagogin Jutta Sternecker an der Mittelschule im Einsatz ist.

Der Sozialarbeiter hat im Rahmen der Einzelfallhilfe im vergangenen Jahr 31 Jugendliche unterstützt, sie also längerfristig betreut. Diese Schüler haben oft seelische Probleme, ritzen sich, oder leiden unter schulischen Schwierigkeiten. Oft äußert sich das in „auffälligem Verhalten“: etwa Gewalt gegen Mitschüler. Er beobachte vor allem eine zunehmende Ich-Bezogenheit der Jugendlichen, sagt Weber – auch im Hinblick auf Werte und Normen. Die verbale Gewalt nehme außerdem immer mehr zu, berichtet Sternecker: „Der Ton untereinander hat zugelegt.“

Auch Schwänzen wird immer mehr zum Problem: 2017 gab es an der Mittelschule sechs Fälle von Schulverweigerung. „Da gab es filmreife Einsätze zusammen mit der Polizei“, sagt Weber. Oft liegt der Grund im Elternhaus: Es fehlt an Erziehungskompetenz.

Neben der Einzelfallhilfe steuern die Sozialarbeiter mit Gruppenprojekten gegen: Es gibt Trainingskurse, ein Musikprojekt. Und das regelmäßige Schülercafé werde sehr gut angenommen, berichtet Sternecker.

Die Probleme nehmen zu

Auch an der Grundschule nehmen die Probleme zu: Sozialarbeiterin Verena Schweinstetter berichtet vom „arbeitsintensivsten Jahr“ ihrer fünfjährigen Laufbahn. Gerade in den ersten Klassen seien viele Kinder mit „herausforderndem Verhalten“, wie sie es nennt. Schweinstetter hat im vergangenen Jahr 25 Kinder durch die Einzelfallhilfe unterstützt. Diese Schüler leiden oft unter familiären Problemen. Kürzlich gab es darum zum ersten Mal einen Elternabend zum Thema „Wege aus schwierigen Erziehungssituationen“. Das sei sehr gut angenommen worden und soll wiederholt werden.

Zudem ist ein Elternabend zum Thema Medien geplant. Denn auch die Grundschüler hätten oft schon „unkontrollierten Zugang zum Internet“, sagt Schweinstetter. „Spätestens in der vierten Klasse gibt’s ein eigenes Smartphone“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel