Engagement Illertissen hat wieder ein Jugendparlament

Das neue Jugendparlament hat am Mittwochabend zum ersten Mal getagt. Von links unten im Uhrzeigersinn: Samuel Botzenhardt, Nicklas Böhm, Alexander Klaus, Niklas Kraus, Ronja Hartmann, Cora Kuny, Emilia Möst und Pablo Fahrenschon.
Das neue Jugendparlament hat am Mittwochabend zum ersten Mal getagt. Von links unten im Uhrzeigersinn: Samuel Botzenhardt, Nicklas Böhm, Alexander Klaus, Niklas Kraus, Ronja Hartmann, Cora Kuny, Emilia Möst und Pablo Fahrenschon. © Foto: Bianca Frieß
Illertissen / Bianca Frieß 06.07.2018

Die erste richtige Sitzung – und schon gehen die Jugendlichen ein eigenes Projekt an: Eine „School‘s Out Party“ am 27. Juli soll es werden, um das Ende des Schuljahrs zu feiern. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu organisieren. Alexander will sich um Flyer kümmern, um die Veranstaltung anzukündigen. „Ich kann ja zuhause ein bisschen rumtüfteln und das dann beim nächsten Mal vorstellen“, sagt er. Aber wie lange soll die Party überhaupt gehen? Da sind die Jugendlichen sich zunächst nicht ganz einig. Eine knappe Mehrheit stimmt schließlich für 17 bis 22 Uhr – mit Option der Verlängerung bis 23 Uhr.

Nach rund einem Jahr Pause gibt es in Illertissen nun wieder ein Jugendparlament. Acht Mädchen und Jungen zwischen 13 und 15 Jahren wollen sich engagieren, sich für die Belange der Jugendlichen in ihrer Stadt einsetzen. „Das soll auch eine Spielwiese sein, um sich auszuprobieren“, sagt Jugendpfleger Harry Heckenberger. Die Stadt stellt dem Jugendparlament einen Etat von 3500 Euro zur Verfügung.

Alle Schulen sind vertreten

Was die Schüler erreichen möchten? „Mir würde es gefallen, wenn die Jugendlichen sich hier kennenlernen, wenn es eine richtige Gemeinschaft gibt“, sagt Ratsmitglied Emilia Möst (14) aus Altenstadt. Sie besucht zusammen mit Cora Kuny (14) aus Illertissen die Johannes-von-La-Salle-Realschule, ebenso wie ihre Parlamentskollegen Pablo Fahrenschon (15) aus Jedesheim und Niklas Kraus (14) aus Illertissen. Niklas hat noch ein besonderes Anliegen: „Illertissen hat wenig an Fußballmöglichkeiten“, sagt er. Darum möchte er sich für eine Art Soccer-Platz einsetzen. Vielleicht in der Nähe der Skate-Anlage, den das frühere Jugendparlament umgesetzt hat.

Auch die Erhard-Vöhlin-Mittelschule ist im Parlament stark vertreten. Samuel Botzenhardt aus Jedesheim (13) hat vor allem ein Motto: „Mehr Action.“ Er könne sich auch vorstellen, einen sozialen Tag zu organisieren. „Damit Jugendliche über ihre Probleme reden können“, sagt er. Alexander Klaus (14) kommt aus Betlinshausen. „Mein Ziel ist es, dass Jugendliche mal ein anderes Umfeld sehen“, sagt er. Und Ronja Hartmann (13) aus Au möchte sich für den Umweltschutz einsetzen, vielleicht eine Art Putz-Tag in der Stadt organisieren.

Nicklas Böhm aus Jedesheim geht aufs Gymnasium, das Kolleg der Schulbrüder. Er hat sich nachträglich beim Bürgermeister beworben, nachdem er in der Zeitung vom Neustart des Jugendparlaments gelesen hatte. Der 13-Jährige weiß seit der Grundschule: „Ich möchte mal was in der Politik machen.“ Im Jugendparlament will er sich vor allem für Attraktionen und Auftritte für Jugendliche einsetzen.

Schaumparty und Open-Air-Kino

Apropos Attraktionen: Einige der Ratsmitglieder haben auch schon mal in ihren Schulen herumgefragt, was denn in dieser Hinsicht gewünscht sei. „Den Älteren würde etwas in Richtung Holi-Festival oder Schaumparty gut gefallen“, berichtet Emilia. Bei den Fünftklässlern stehe ein Lese­nachmittag hoch im Kurs. Cora bringt noch einen anderen Vorschlag in die Diskussion ein: ein Open-Air-Kino. „Ich glaube, das ist eine richtig gute Idee“, sagt Heckenberger. Das ziehe schließlich auch ein breiteres Publikum an. „Dann würde das Jugendparlament was für ganz Illertissen machen.“

Nach einer guten Stunde geht die erste Sitzung des Gremiums schließlich zu Ende. „Da habt ihr schon richtig viel geschafft“, bilanziert der Jugendpfleger. Die nächste Sitzung ist für den kommenden Mittwoch geplant – dann geht die Organisation der „School’s Out Party“ weiter.

Zunächst keine Bewerbung vom Kolleg

Werbung Stadtjugendpflegerin Kathrin Grimm war Anfang des Jahres mit Bürgermeister Jürgen Eisen und Stadtrat Ansgar Batzner an den Schulen unterwegs, um Werbung für das neue Jugendparlament zu machen. Zunächst gingen daraufhin nur Bewerbungen von Real- und Mittelschule ein, vom Kolleg der Schulbrüder zeigte niemand Interesse. Mitte Mai gab es mit den Bewerbern dann eine erste Besprechung im Rathaus.

Auflösung Im Sommer 2017 hat sich das Jugendparlament aufgelöst. Ein Grund: Einige der Mitglieder gingen nicht mehr in Illertissen zur Schule.

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