Illerzell Illertal-Gymnasium wird erweitert und saniert

Erster Spatenstich beim Illertal-Gymnasium: (v. links): Projektleiterin Alexandra Löchelt, Architekt Ludwig Karl, Ex-Landrat Erich Josef Geßner, Bauunternehmer Kurt Motz, Schulleiter Ralf Schabel, Landrat Thorsten Freudenberger, die Bürgermeister Karl Janson (Vöhringen) und Raphael Bögge (Senden).
Erster Spatenstich beim Illertal-Gymnasium: (v. links): Projektleiterin Alexandra Löchelt, Architekt Ludwig Karl, Ex-Landrat Erich Josef Geßner, Bauunternehmer Kurt Motz, Schulleiter Ralf Schabel, Landrat Thorsten Freudenberger, die Bürgermeister Karl Janson (Vöhringen) und Raphael Bögge (Senden). © Foto: Werner Gallbronner
WERNER GALLBRONNER 24.07.2014
Für insgesamt 18,4 Millionen Euro wird das Illertal-Gymnasium Vöhringen (IGV) in den kommenden zwei Jahren erweitert und generalsaniert. Am Mittwoch erfolgte der erste Spatenstich für das Projekt.

"Gott sei Dank geht es endlich los, nach zwei Jahren des Planens und Diskutierens", sagte IGV-Schulleiter Ralf Schabel erfreut bei der kleinen Feierstunde zum offiziellen Baubeginn an seiner Schule. Das Illertal-Gymnasium in Illerzell wird zum einen erweitert, zum anderen nach 32 Jahren seines Bestehens grundlegend saniert. Geplant ist, insgesamt 18,4 Millionen Euro dort zu investieren. Die auf 24 Klassen ausgelegte Bildungsstätte beherbergt derzeit 29 Klassen.

Der Schulausschuss des Neu-Ulmer Kreistags hatte im November 2012 eine Erweiterung auf 27 Klassen genehmigt, was Experten künftig für ausreichend halten. Dem Bau- und Sanierungskonzept des Architekturbüros Karl & Probst aus München hatten dann der Schul- und der Bauausschuss im September vergangenen Jahres zugestimmt - jede Abstimmung zu dem Projekt sei einstimmig gewesen, stellte Schabel zufrieden fest, der das IGV "ganz unbescheiden als schönste Schule der Welt" bezeichnete.

Es sei sinnvoll und geboten, das Schulgebäude nicht nur zu erweitern, sondern auch eine Generalsanierung vorzunehmen, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Der Landkreis sei als erste Gebietskörperschaft Bayerns als Bildungsregion zertifiziert worden, und dem wolle man gerecht werden. "Bildung steht auch künftig an erster Stelle", Schulen zu bauen und zu renovieren sei eine der vornehmsten Aufgaben eines Landkreises.

Zunächst wird der Erweiterungsbau "als vierter Flügel eines Windrads" nördlich im Bereich der Aula an das bestehende Gebäude angeschlossen, so Architekt Ludwig Karl. Ein bestehender Anbau dort wird zuvor abgerissen. Ab November sollen auf dem Schulgelände "temporäre Klassenzimmer" stehen, sodass dann der östliche Fachklassentrakt umgebaut werden kann.

Läuft alles nach Plan, können der neue und der östliche Flügel ab den Sommerferien 2015 bezogen werden. Anschließend werden der südliche und westliche Flügel bis Sommer 2016 generalsaniert. Beheizt und gekühlt werden die Räume künftig über eine Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Grundwasser bezieht.

Für Freudenberger, der als Schüler 1983 ans neue IGV gekommen war, schloss sich am Mittwoch ein "sehr schöner Kreis". Das Gymnasium sei vor allem dem damaligen Vöhringer Bürgermeister und späteren Landrat Erich Josef Geßner zu verdanken, der für die Arbeiterstadt unbedingt ein Gymnasium wollte. Auf dessen Kompromissvorschlag hin wurde die Schule in Illerzell gebaut, da auch Senden ein Gymnasium anstrebte. "Eine Schule für zwei Städte", zitierte Schabel eine Schrift, die vor 17 Jahren erschienen ist. Auch Vöhringens Bürgermeister Karl Janson ging auf das Thema ein: "Fernab aller Hektik und Trubel der Innenstadt liegt unser Illertal-Gymnasium im Grünen."

"Die schönste Schule der Welt" zu erweitern und zu sanieren stelle hohe Ansprüche an den Architekten, so Ludwig Karl. Ziel sei es, die Schule weiterzuentwickeln und auf den heutigen Stand zu bringen. Das IGV habe in 30 Jahren einen eigenen Charakter entwickelt, der erhalten bleiben soll, wie etwa das "IGV-Rot". Unter anderem die Fassade des Neubaus werde fast vollständig im Farbton der Schule gehalten.