Illerrieden: Nein zu Fracking

BEATE REUTER-MANZ 15.08.2013
Zu riskant und ökologisch höchst bedenklich: Nach Kirchberg sagt nun auch Illerrieden "Nein" zu Fracking - sogar zu Voruntersuchungen.

Illerrieden - In einem fünfseitigen Schreiben hat die Gemeinde Illerrieden dem Fachdienst Umwelt- und Arbeitsschutz im Landratsamt dargelegt, warum sie das Fracking, eine höchst umstrittene Methode der Gasförderung, auf ihrer Gemarkung grundsätzlich ablehnt. Und zwar so strikt, dass sie dem britischen Unternehmen Parkyn Energy nicht einmal die Konzession zum Suchen nach möglichen Vorkommen zugestehen will.

Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau bittet derzeit betroffene Gemeinden im "Feld Biberach" um Stellungnahmen. Dieses Gebiet erstreckt sich von Laupheim im Norden, Vöhringen im sten bis nach Kissleg im Süden. Parkyn Energy hatte bisher die Erlaubnis, dort nach Rohstoffen wie Öl und Gas zu suchen und beantragte jetzt eine Verlängerung um zwei Jahre.

Für den Alb-Donau-Kreis sammelt das Landratsamt die Stellungnahmen der Kommunen. Und die fällt bei Illerrieden deutlich aus. "Die Gemeinde lehnt jegliche vorbereitenden Maßnahmen zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen ab", sagt Bernhard Abendschein vom Haupt- und Ordnungsamt. Das betreffe auch geplante seismische Messungen entlang der L 260 von der Wochenau an südwärts. Abendschein, der sich in Vorträgen, Fachartikeln und Telefonaten zum komplizierten Sachverhalt informiert hat, kommt zu der Erkenntnis, dass die Risiken durch Bohrungen, die tausende von Metern tief ins Gestein vordringen, nicht genügend erforscht sind. Zudem halten er und Bürgermeister Jens Kaiser die Methode auch für ökologisch höchst bedenklich, weil damit ein hoher Resourcenverbrauch einhergehe.

Eine Gefährdung der Trinkwasserbrunnen Illerriedens sei nicht auszuschließen. "Für die Gemeinde ist die Versorgung mit örtlichem, im Regelfall naturbelassenem, hochwertigen Trinkwasser ein sehr hohes Gut", lassen sie die Behörden wissen. In ihrer Stellungnahme weisen sie auch darauf hin, dass sie Chancen, Nutzen und Gewinn für die Region als viel zu gering einschätzen angesichts der Risiken. In Oberschwaben seien bis in die 1990er Jahre Öl und Gas gefördert, dann mangels Wirtschaftlichkeit aber eingestellt worden. Nicht zuletzt sieht Illerrieden die Frage nach einer Haftung bei Schäden nicht beantwortet.

Schon vor Wochenfrist hatte auch Kirchberg Fracking auf seiner Gemarkung abgelehnt.

Gas aus Schiefergestein
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