Senden Hruschka weist die Vorwürfe zurück

Senden / WILLI BÖHMER 19.08.2013
"Erstaunt und enttäuscht" reagierte der CSU-Stadtverbandsvorsitzende Klaus Hruschka auf die Vorwürfe der CSU-Stadträtin Monika Schwab.

Klaus Hruschka, Vorsitzender der CSU-Stadtverbands in Senden, wehrt sich in einem Gespräch mit unserer Zeitung gegen die Vorwürfe, die die CSU-Stadträtin Monika Schwab gegen ihn erhoben hat. Er hätte sich gewünscht, dass sie ihn direkt anspricht, um diese Angelegenheiten intern klären zu können. Schwab hatte ihm in einem offenen Brief vorgeworfen, er verstoße gegen die Satzung der CSU, weil er sowohl den JU-Vorsitzenden Leonhard Friedel als auch sie als damalige Vorsitzende der Frauenunion nicht zur Vorstandssitzung eingeladen und Friedel sogar des Saales verwiesen habe, als er trotzdem auftauchte (wir berichteten). Und sie wirft Hruschka Machtpolitik vor.

Er habe Monika Schwab vor zehn Tagen eine Aussprache gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden angeboten, sagte Hruschka. Aber das habe sie nicht angenommen. Stattdessen habe sie den Weg an die Öffentlichkeit gesucht. "Das ist keine Empfehlung, wenn man in andere Parteien eintreten möchte", sagte der Stadtverbandsvorsitzende und spielte damit auf Überlegungen Monika Schwabs an, zu den Freien Wählern zu wechseln. "Ich hätte ihr das nicht empfohlen." Er tue sich jetzt sehr schwer, die Stadträtin wieder aus der Sackgasse herauszuholen, in die sie sich manövriert habe.

Er werde gar nicht auf die Vorwürfe reagieren, sagte Hruschka. "Man kennt sie und weiß, von wem das kommt." Er fühle sich nicht persönlich betroffen. Diese Auseinandersetzung tue ihm nur leid für die CSU-Stadtratsfraktion. Schwab hatte der Fraktion vorgeworfen, jeder kämpfe nur noch für sich und gegen Bürgermeister Kurt Baiker statt für die Bürger, die sie gewählt haben. "Wir müssen in der Fraktion einen Konsens suchen", sagte Hruschka, schließlich sei eine Fraktion keine Gruppe von Einzelkämpfern. "Offensichtlich fühlen sich alle anderen CSU-Stadträte wohl." Wenn Schwab in eine andere Fraktion wechseln wolle, sei das ihre Entscheidung.

"Wenn Frau Schwab einen Termin für eine Klausurtagung verschwitzt, ist das ihr Fehler", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU im Sendener Stadtrat, Rainer Strobl. Der Termin sei bekanntgegeben worden und alle anderen hätten ihn registriert. Den Vorwurf, die CSU gehe nur noch gegen Baiker vor und kümmere sich nicht um den Wähler, wies er zurück: "So ein Quark." Sie stimmten in vielen Punkten auch gemeinsam mit Baiker ab. Dass sich die CSU mehr um ihre Mitglieder kümmern solle als um "nach Belieben ausgewählte Kreise", wie Schwab das formulierte, könne er nicht nachvollziehen.

Es sei klar, dass die Fraktion das Vorgehen Schwabs nicht akzeptiere. "Das sieht jeder so. Wenn ich Probleme habe, muss ich das in der Gruppe ansprechen, nicht in der Presse." Er habe ihr ein Gesprächsangebot gemacht, aber könne noch nicht sagen, ob sie reagiert.

Zu den Gerüchten, Monika Schwab wolle aus der CSU-Fraktion in die der Freien Wähler wechseln, äußert sich Strobl nicht. "Sie ist eine gewählte Vertreterin der Bürger." Wenn sie wechseln wolle, müsse die Fraktion das akzeptieren. "Da muss man Demokrat sein, das ist eine Frage der Diskussionskultur."