Vöhringen Hort im Container kommt recht teuer

Vöhringen / INGRID WEICHSBERGER 14.03.2012
Acht Anmeldungen für einen Hort im Norden von Vöhringen liegen bereits vor. Doch die Kosten von 100 000 Euro pro Jahr sorgen für Sorgenfalten.

Teuer dürfte die Einrichtung einer Hortgruppe bei der Grundschule Nord für die Stadt Vöhringen werden. Die Kosten werden auf mehr als 100 000 Euro pro Jahr geschätzt, sagte Bürgermeister Karl Janson jetzt im Hauptausschuss. Dabei wird von Personalkosten von rund 60 000 Euro ausgegangen. Etwa 50 000 Euro werden wohl für die Miete eines Containers fällig.

Derzeit möchten die Eltern von acht künftigen Erstklässlern, dass ihre Kinder in einem Hort untergebracht werden, drei Kinder sollen den bestehenden Hort Sankt Michael besuchen. Dort gibt es bereits zwei Gruppen. Eine Entscheidung soll der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung treffen, denn dann will die Stadtverwaltung alle Zahlen vorlegen: von den künftigen Hortkindern bis zu den Kosten.

Die Kosten für den Hort für acht Kinder erschienen einigen Ausschussmitgliedern zu hoch. Zumal eine Unterbringung im Container nur eine vorübergehende Lösung sein kann, denn weder in der Grundschule Nord noch in der gegenüberliegenden Kindertagesstätte oder im Seniorenheim Caritas-Center gibt es Unterbringungsmöglichkeiten. Die notwendigen Räume müssten an die Schule angebaut werden.

"Wir sollten die Eltern finanziell nicht zu sehr belasten", meinte CSU-Stadtrat Michael Neher. Zudem lägen zwischen bestehendem Hort und der Grundschule Nord nur zwei Kilometer. Eine Lösung wäre die Einrichtung eines Fahrdienstes. Ludwig Daikeler (SPD) sah dieses Problem unter einem anderen Blickwinkel. Vöhringen nenne sich "junge Stadt", müsse also etwas für die Kinder tun und jungen Familien etwas bieten, damit sie zuziehen. Allerdings dürfe dieses Engagement den finanziellen Rahmen der Stadt nicht sprengen.

Die Leitung des Kinderhortes Sankt Michael hatte signalisiert, die Kinder aus dem Norden aufzunehmen, obwohl der Hort ausgebucht ist. Dort wird befürchtet, dass eine Gruppe geschlossen werden müsse, wenn die Zahl der Kinder sinkt und zudem die Kinder aus dem Norden der Stadt ausbleiben. Allerdings befürchtet auch die Grundschule Nord einen Schülerschwund, wenn sie keinen Hort anbieten kann. Eltern, die ihre Kinder im Hort unterbringen müssen und im Norden wohnen, lösen dieses Problem derzeit mit einem Gastschulantrag.