Holzheim Holzheimer Bürgermeister Franz Wegele aus dem Amt verabschiedet

Franz Wegele, neben ihm seine Ehefrau Gertrud, präsentiert den zahlreichen Gästen die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister. Foto: Patrick Fauß
Franz Wegele, neben ihm seine Ehefrau Gertrud, präsentiert den zahlreichen Gästen die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister. Foto: Patrick Fauß
Holzheim / PATRICK FAUSS 20.07.2012
Landwirt, Vorsitzender der Flurbereinigung, Gemeinderat und Rathauschef. Holzheim verabschiedete Bürgermeister Franz Wegele (67) aus seinem Amt.

Es sollte eigentlich nur eine kleine Verabschiedung im engsten Kreis werden. Zur Abschiedsfeier füllte dann aber doch eine recht große Zahl von Gästen das Ratszimmer im Holzheimer Rathaus."Vor 60 Jahren war ich zum ersten Mal in diesem Zimmer", berichtete Franz Wegele. Damals sei er hier in die erste Klasse eingeschult worden."Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich hier mal 34 Jahre lang Ortspolitik betreiben werde." Und:"Es wird mir einiges fehlen, wenn ich jetzt in den Ruhestand gehe."

Wegele war 1998, nach dem Tod von Bürgermeister Helmut Mebus, ins Amt des Rathauschefs aufgerückt. Er war bis dahin Mebus Stellvertreter gewesen. Bei der Kommunalwahl 2008 war Wegele im Amt bestätigt worden. Nun tritt er eineinhalb Jahre vor Ablauf der Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen zurück. Mit Wegele geht ein Charaktertyp, wie es heute nicht mehr viele in der Politik gibt.

"Wir haben an vielen DingenÜberfluss, aber nicht an Menschen eines bestimmten Schlages", sagte Landrat Erich Josef Geßner. Wegele sei mit seiner hemdsärmeligen Art nicht immer pflegeleicht gewesen."Ein echter Schwabe" eben, der seine Ziele auch mal mit Bauernschläue verfolge, wenn es mit Offenheit nicht geklappt hat. Wegele sei ein Bürgermeister gewesen, für den es kein Wegducken gab."Die Demokratie braucht solche entscheidungsfreudigen Persönlichkeiten", betonte Geßner.

"Solche wie Du, die auch mal eine Maurerkelle schwingen anstatt nur schöne Reden", habe das Dorf damals gebraucht, stellte Vize-Bürgermeisterin Ursula Brauchle fest. Mit Wegele sei es in der Gemeinde stets aufwärts gegangen. Brauchle erinnerte in diesem Zusammenhang an den Bau der Doppelturnhalle bei der Schule, die Renovierung des Rathauses und den Umzug des Kindergartens ins Schulgebäude. Der Neu-Ulmer OberbürgermeisterGerold Noerenberg lobte die stets gute Zusammenarbeit mit Wegele im Abwasserzweckverband.

Für seine langjährigen Verdienste wurde Wegele mit einer Ehrenurkunde zum Altbürgermeister ernannt. Ganz aus der Politik verabschiedet sich der 67-Jährige jedoch nicht: Sein CSU-Kreistagsmandat will er bis 2014 weiter ausüben.