Baubeginn 2019? Am Ende der Sitzung im Landratsamt Neu-Ulm ließ Markus Riethe, Direktor des Regionalverbands Donau-Iller, diese Jahreszahl fallen. 2019 also soll, wenn alles gut geht, bereits die Verlegung eines zweiten Gleises für die Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Senden erfolgen.

Um vereint darauf drängen zu können, dass eben diese Zugstrecke ausgebaut wird - zunächst bis Senden, dann bis Memmingen und dann noch weiter -, damit sie barrierefreie Haltestellen und moderne Übergängen bekommt und womöglich gar elektrifiziert wird, hat sich am Mittwoch die Interessengemeinschaft (IG) Illertalbahn gegründet.

Mit dabei sind zunächst alle Kommunen entlang der Strecke bis Memmingen, zudem die Landkreise Neu-Ulm und Unterallgäu sowie der Regionalverband. Und bis auf die Stadt Neu-Ulm, die von Zweitem Bürgermeister Albert Obert vertreten wurde, waren auch alle Rathauschefs, bis hin zum Memminger Oberbürgermeister Ivo Holzinger, sowie beide Landräte zur Gründungsversammlung gekommen.

Sie wählten einstimmig den Neu-Ulm Landrat Thorsten Freudenberger zum IG-Vorsitzenden, und dieser legte auch gleich los: Die Illertalbahn sei als am stärksten befahrene eingleisige Zugverbindung in Bayern am Limit. Mit einer zweiten Schiene könnten mehr Fahrgäste befördert werden, 5400 Passagiere pro Tag seien 2007 prognostiziert worden. Und seither sei das das Interesse der Menschen am Öffentlichen Nahverkehr gestiegen und werde es weiter tun. Zudem sei die Illertalbahn einer der Bausteine für das Regio-S-Bahn-Konzept. Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather berichtete, dass den Haltestellen in Pleß, Fellheim, Heimertingen und Amendingen, die 2019 reaktiviert werden, allesamt Wirtschaftlichkeit attestiert worden sei.

Gute Zahlen bedeuten freilich nicht, dass der Bund oder die Bahn das Geld für den Ausbau bereitstellen - da machte sich keiner der Mandatsträger etwas vor. Umso wichtiger wäre es, die Illertalbahn im neuen Bundesverkehrswegeplan unterzubringen, meinte der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge. Freudenberger ergänzte, vielleicht reiche es, zunächst den Ausbau nur bis Senden anzumelden. Die gesamte Strecke, das sei doch unrealistisch. Dann würde man aber den Allgäuern auf den Schlips treten, warnte Weirather. Verbandsdirektor Riethe betonte, es sei richtig, dass die Illertalbahn im Gesamten vom Bund bewertet werde. Der Ausbau sei so oder so nur nach und nach zu machen - und für den priorisierten Abschnitt von Neu-Ulm bis Senden gebe es möglicherweise Landesmittel. Riethe optimistisch: Die Region habe jetzt die "historische Chance", die Illertalbahn auszubauen. "So gut stand es noch nie."

Freudenberger sagte, er werde sämtliche Bundestagsabgeordnete aus der Region über die Gründung der IG informieren. Der CSU-Abgeordnete Georg Nüßlein hatte kürzlich schon Bahnvertreter und Kommunalpolitiker zur Zukunft der Bahn zusammengetrommelt. Am 13. Juli ein Treffen der IG-Mitglieder und Bahn-Verantwortlichen.

Offen auch für Kammern, Unternehmen und Privatleute

Alle dabei Zu den Gründungsmitgliedern der Interessengemeinschaft (IG) Illertalbahn gehören alle Kommunen an der Strecke bis Memmingen: Neu-Ulm, Senden, Vöhringen, Bellenberg, Illertissen, Altenstadt, Kellmünz, Pleß, Fellheim, Heimertingen, Memmingen. Zudem die Kreise Neu-Ulm und Unterallgäu, und der Regionalverband Donau-Iller. Auch Kammern, Unternehmen, Privatleuten dürfen mitmachen, allerdings ohne Stimmrecht. Vorsitzender ist Landrat Thorsten Freudenberger, die Stellvertreter: Landrat Hans-Joachim Weirather (Unterallgäu), OB Gerold Noerenberg (Neu-Ulm), OB Ivo Holzinger (Memmingen).

Die Vorbilder Seit 2006 existierte eine IG Südbahn, zudem gibt es eine IG Brenzbahn sowie eine IG Donaubahn.