Da staunte sogar Manfred Bittner, der als altgedienter Elchinger Eule-Gemeinderat sonst nicht durch mangelnde Kenntnis Thalfingens auffällt: Die Gehwege rund ums Pflegeheim Haus Tobit sind samt und sonders in schlechtem Zustand. Ein Spaziergang mit Rollstuhl oder Rollator in der näheren Umgebung gleicht einem Hindernislauf. Abgesenkte Randsteine sind entweder nicht vorhanden oder führen - wie direkt vor dem Pflegeheim - geradewegs ins Schlagloch.

Außerdem müssen Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter die Donaustraße im Zickzack überqueren, weil ein Zebrastreifen beim Bahnübergang fehlt. Einige Haus-Tobit-Bewohner mit Rollstühlen und Rollatoren sowie junge Familien mit Kinderwagen, darunter einer mit selig schlafenden Zwillingen, hatten sich zusammen mit Eule-Mitgliedern auf die Wege gemacht, um deren Zustand zu betrachten. Dieser sei allgemein schlecht, die Leute in den Rollstühlen würden regelrecht "durchgeschüttelt", klagte Melanie Oed, die zusammen mit Sabine Dehner die Aktion in dem Elchinger Teilort initiiert hatte.

Dabei stellte sich heraus: Selbst dort, wo die Randsteine abgesenkt sind, können Rollstühle nur rückwärts und mit viel Kraft geschoben werden, weil die Kanten zu hoch seien. Die auf den Rollator angewiesene Ingrid Runge sagte, sie vermisse Bänke. Viele Gehbehinderte wollten oder müssten sich nach ein paar hundert Metern ausruhen. Für entsprechende Sitzgelegenheiten zu sorgen, dürfte kein Problem sein, meinte Bittner. Die Eule werde jetzt eine Prioritätenliste erstellen und bei der Gemeindeverwaltung einreichen.