Wullenstetten / SONJA FIEDLER  Uhr
Für heiße Oldtimer nehmen Technikfreunde sengende Hitze in Kauf. Beim Treffen in Wullenstetten war der Andrang riesig. Schattenplätze gab es wenige.

Im Gewerbegebiet Süd dröhnten am Sonntag die Motoren: Die Traktoren- und Oldtimerfreunde Wullenstetten hatten zum fünften Mal zum großen Oldtimertreffen geladen. Über 350 Fahrzeuge samt Fahrern fanden sich ein und präsentierten ihre historische Autos, betagte Zweiräder, Traktoren und Wohnwagen.

Auch die Besucher strömten trotz sengender Hitze auf das weitläufige Gelände an der Friedrich-List-Straße. Kleine Mädchen im Dirndl, Männer in Lederhosen und ältere Paare mit Sonnenhut bestaunten die historischen und teilweise liebevoll restaurierten Fahrzeuge.

So mancher Technikfreak legte sich gar unter den einen oder anderen der alten Traktoren, um die Fahrzeuge besser begutachten zu können. Rund um Schmuckstücke wie den Fiat Balilla von 1926 oder die Mercedes Limousine Bauart W143 von 1939 in rot-schwarzer Lackierung drängten sich die Schaulustigen. Neben diesen Oldies wirkten Autos wie der schnittige VW Golf GTI von 1983 oder der bronzefarbene Daimler von 1971 schon fast modern. Viel bestaunt wurden auch die langen Reihen an Bulldogs, die häufig Erstzulassungen aus den 1950er Jahren aufwiesen.  Die Kinder durften in einigen der historischen Feuerwehrautos Platz nehmen. „Die sind teilweise in Privatbesitz, manche gehören den Freundesvereinen der Feuerwehren“, erklärte Matthäus Schütz von der Feuerwehr Illertissen. Seine Truppe war mit einem 40 Jahre alten Tanklöschwagen für sechs Mann Besatzung angerückt. „Bis vor zwei Jahren war der noch in Betrieb“, berichtete Schütz.

Mit viel Geknatter fanden sich fünf Mitglieder der Trike-Freunde Schwäbische Alb ein. Ihre Fahrzeuge: „Hinten Käfer, vorne Motorrad“, erklärte Michael Mentler. Vor 27 Jahren haben sie die heute gut 40 Jahre alten Käfer abgesägt und die Gabeln vorne angeschweißt, so Mentler. „Im Schwäbischen sagt man zu den Trikes auch Dreirädle.“

Einige Oldtimer-Besitzer hatten die Festwiese bereits am Freitag oder Samstag besiedelt, wie Clemens von Dechend von den Wullenstettener Veranstaltern berichtete. Die letzten Fahrzeuge fanden sich im Laufe des Sonntagnachmittags ein. „Das ist schon enorm, was hier los ist“, sagte Dechend. In dem großen Festzelt standen die Besucher an den Essensständen Schlange. Der Musikverein Harmonia Wullenstetten sorgte unverdrossen mit zünftiger Blasmusik für Unterhaltung. Viele Gäste suchten Schatten und trugen Bierbänke aus der Sonne an die wenigen kühlen Plätze rund um das Zelt.

Der Vereinsvorsitzende Matthias Ölberger war begeistert. „Das Treffen hat sich etabliert, wir sind sehr zufrieden“, sagte er. Lediglich die Party am Samstagabend sei nicht gut besucht gewesen. „Lag vielleicht am Wetter, ich weiß auch nicht.“ Der dreijährige Turnus der Veranstaltung soll beibehalten werden.

„Mehr ist von uns aus auch nicht zu schaffen, das Ganze ist schon sehr anstrengend“, erklärte er. Eine gute Woche lang hatten die 55 Vereinsmitglieder mit vielen Helfern das Gelände vorbereitet und das große Festzelt aufgebaut. „Jetzt sind wir alle ganz schön geschafft“, gab Ölberger zu. Aber die Arbeit habe sich gelohnt. „Es ist uns wichtig, dass die alte Technik nicht vergessen wird. Und in vielen alten Autos stecken viele  Geschichten. Die Besitzer haben viel zu erzählen“, schwärmte Matthias Ölberger.