Roggenburg Heimat für Falke, Fledermaus und Falter

Roggenburg / PATRICK FAUSS 21.07.2015
Der Roggenburger Forst soll verstärkt Lebensraum für Falken, Fledermäuse, Falter werden. Das wurde bei der Tagung im Bildungszentrum deutlich.

80 Vertreter von Behörden, Verbänden, Naturschutzorganisationen waren bei der Fachtagung in Roggenburg dabei. Reinhard Neft von den Bayerischen Staatsforsten erläuterte etwa das staatlich geförderte Naturschutzkonzept. Es werde seit zehn Jahren in den zahlreichen staatlichen Wäldern umgesetzt. Mit regionalen Abwandlungen auch im Roggenburger Forst: Naturbelassene, ökologisch wertvolle Inseln im Wald sollen Vernetzung und Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten dienen.

Neft wies auf andere Vorgehensweisen in den USA oder Skandinavien hin. Dort würden oft größere Gebiete unter Schutz gestellt. Auf bewirtschafteten Flächen finde man aber oft "keinen alten Baum mehr". Vom Erfolg des bayerischen Konzepts mit verzahnten Strukturen zeugten zum Beispiel wieder angesiedelte seltene Tierarten wie der Schwarzstorch oder auch die Wildkatze. Ziel sei es, die Wälder ökologisch vielfältiger zu gestalten - und stabiler gegen "Sturmwurf".

Giorgio Demartin von der Arge Donaumoos erläuterte die Biotop-schutzmaßnahmen im Rahmen eines Großprojekts mit vier Landkreisen und 19 Kommunen. Aufgefallen sei dabei, dass viele Menschen kaum noch eine Verbindung zum Wald finden, sagte Demartin.

Anton Burnhauser von der Naturschutzabteilung der Regierung von Schwaben berichtete von den Zielen im Biotopschutzprogramm des Bezirks. Weil die Landschaft in den vergangenen Jahren von Straßen oder Maisfeldern zerschnitten werde, versuche der Bezirk die unterschiedlichen Biotop-Areale mit "Grünbrücken", zum Beispiel Gräben und Wiesen, zu vernetzen.

Ein erst dieses Jahr zusammen mit der Regierung von Schwaben aufgelegtes Pilotprojekt umriss der Leiter des Forstbetriebs Weißenhorn, Volker Fiedler. Ziel sei es, die Artenvielfalt im Roggenburger Forst weiter zu vergrößern. Für Höhlenbrüter wie Fledermäuse oder Falken soll Lebensraum geschaffen werden. Waldränder und Lichtungen werden auf die Bedürfnisse von seltenen Schmetterlingsarten angelegt. Zudem sei geplant, die Gewässer im Forst zu optimieren und weitere Feuchtbiotope anzulegen.