Sie sind mein Lieblings-Leviten-Leser.“ Dieses Lob sprach Bürgermeister Joachim Eisenkolb im Gemeinderat aus, nachdem Karl Mayer, wie jedes Jahr, die kommunalen Finanzen profund analysiert hatte. Trotz seiner Skepsis stimmte der CSU-Rat letztlich dem Haushalt 2019 und dem Investitionsprogramm zu, ebenso wie die Mehrheit des Gremiums. Es gab aber drei Gegenstimmen.

Zu Beginn hatte Kämmerer André Lassen erneut die wichtigsten Kennzahlen des Haushalts und des Investitionsprogramms präsentiert – und dabei erwähnt, dass die Schulden der Gemeinde bis 2022 noch stärker steigen dürften, als bisher angenommen. Lassen rechnet nun mit zwölf Millionen Euro.

Eine Aussicht, die Johann Gröger (FWE) alarmiert, auch wenn man „nicht schwarzsehen“ solle. „Wir müssen aber Mut beweisen und nicht so Wichtiges verschieben“, forderte er. Kurzfristig hingegen sei die Perspektive gut: Stünden den Schulden von 4,8 Millionen doch noch Rücklagen von 3,7 Millionen entgegen.

Ähnlich äußerte sich Reinhard Rotermund (Eule): Man müsse den Pflichtaufgaben nachkommen, „maßvoll tarieren“ und „keine unerfüllbaren Wünsche aufnehmen“. Auch Richard Rösch (DGO) signalisierte Zustimmung zu dem „soliden und finanzierbaren“ Haushalt, wenngleich die Änderungswünsche der Dorfgemeinschaft „nur zum Teil eingearbeitet“ worden seien.

Karl Mayer hingegen hält den Haushalt 2019 für „grenzwertig finanziert“. Es würden 7,5 Millionen Euro investiert, der Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt betrage aber nur 1,6 Millionen. „Das ist nicht berauschend.“ Die Gemeinde könne die Lücke nur schließen, weil sie ins Sparbuch greife, Bauplätze verkaufe – und sich später massiv verschulde. „Wenn die Großprojekte realisiert werden, gehen wir in die Knie.“ Mayer forderte unter anderem, beim neuen Gewerbegebiet „Gas zu geben“.

Massive Kritik, auch ein Anflug von Selbstkritik, kam von Karin Batke (UFWG): „Wir schieben zu viele Dinge vor uns her und schaffen es nicht, etwas zu entscheiden und zu verwirklichen.“ Alles, was man aufschiebe, werde im Laufe der Jahre teurer. Der Haushalt 2019 habe „kleine Schönheitsfehler“, meint Batke. So habe der Hauptausschuss im November klar signalisiert, dass man für den Dorfplatz Thalfingen keine halbe Million Euro ausgeben wolle. „Sind das vorgezogene Weihnachten – oder ist das der Beginn des Wahlkampfes?“ Und: Dringende Maßnahmen, etwa auf dem Bauhof, würden aufgeschoben, aber jedes Jahr 100 000 Euro ins Rathaus investiert. „Wo setzt die Verwaltung Prioritäten?“

Batkes Fraktionskollege Matthias Bloching kritisierte ebenfalls die Kosten für den Dorfplatz („30 000 Euro für eine Planung, obwohl schon Pläne existieren?“) und forderte, das Geld lieber in Schulen und Kitas zu investieren.

Auch Armin Willbold (DGO) signalisierte Ablehnung. Es sei kein Euro für die Anregungen aus dem Klimaschutzkonzept eingestellt. Und: Statt Thalfingen sei nun einmal Unterelchingen dran.

Bürgermeister Eisenkolb entgegnete, Unterelchingen habe kürzlich ein neues Dach für den Dorfplatz bekommen. „Wir werden keinen Ortsteil vergessen“, versprach er. Eisenkolb sieht die riesigen Herausforderungen, für die „gerne Lösungen eingespeist werden“ dürften. Er riet aber dazu, „auf Sicht zu fahren“. Elchingen habe derzeit „eine hervorragende Infrastruktur“.

Am Ende stimmten Batke, Bloching und Willbold sowohl gegen den Haushalt 2019 als auch gegen das Investitionsprogramm.

Fast eine halbe Million Euro für den Dorfplatz in Thalfingen


Verfahren „Ich bin stolz darauf, dass wir als eine der wenigen Kommunen im Landkreis den Haushalt vor dem neuen Jahr vorlegen.“ Das sagte Bürgermeister Joachim Eisenkolb im Gemeinderat. Dort stellte Kämmerer André Lassen Änderungen an jenem Entwurf vor, den der Haupt-, Finanz- und Sozialausschuss an die Fraktionsvorsitzenden zur Beratung verwiesen hatte (wir berichteten).

Änderungen Nach der Besprechung wurden für die Sanierung des Thalfinger Dorfplatzes 30 000 Euro für 2019 (Planungskosten) und 415 000 Euro für 2020 (Baukosten) eingestellt. Nächstes Jahr stehen zudem bereit: 50 000 Euro für die Sanierung des Friedhof-Hauptwegs in Thalfingen, 95 000 Euro für die Sanierung der Wasserleitung in der Dieselstraße, 14 000 Euro für eine neue Rampenheizung im Haus Tobit und 5000 Euro für die Erstausstattung eines Schaudepots. Je 30 000 Euro sind 2019 und 2020 für neue Fußgängerampeln geplant.

Aufschub Die Bushaltestelle am Bahnhof Unterelchingen wird erst 2020 saniert, die Treppenanlagen am Bahnhof Oberelchingen im Jahr 2022.