Die Freiwilligen vom "Freundeskreis Asyl" waren erkennbar froh, dass so viele Gäste aus allen drei Elchinger Ortsteilen zum Tag der offenen Tür kamen. Die Besucher sollten ihr Erscheinen nicht bereuen: Sie staunten über das vielfältige Sortiment und die gelungene Präsentation im Secondhand-Laden "Kleidertruhe" in Unterelchingen. "Absolut professionell und einladend gestaltet", sagte etwa Martha Moritz. Sie finde es gut, dass das ehemalige evangelische Gemeindehaus nun so sinnvoll genutzt werde. Der Elchinger Bürgermeister Joachim Eisenkolb war ebenfalls angetan von der Atmosphäre. Er wünschte sich, dass das Angebot dort auch gut angenommen werde.

Großen Spaß hatten die Kinder bei diesem Tag der offenen Tür. Sie durften beim Waffelbacken helfen. Und hier und da kamen auch Gespräche zustande zwischen den Gästen und den Flüchtlingen, die derzeit in Unterelchingen und Thalfingen untergebracht sind. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen dabei nicht selten die Babys und Kleinkinder der jungen Eltern.

Die Brüder Leis (14) und Fauzi (23) zum Beispiel erzählten, sie seien auf unterschiedlichen Wegen nach Deutschland gekommen. Seit sechs Monaten leben sie mit ihrer Mutter nun bereits in Thalfingen und hoffen, dass sie bald mit ihrem 19-jährigen Bruder zusammen ziehen können, der derzeit noch in Burtenbach wohnt.

"Jetzt suchen wir eine Wohnung", sagten die Brüder, die fast fehlerlos Deutsch sprechen. Fauzi, der in seinem Heimatland Syrien Rechtswissenschaften studiert hat, möchte sein Studium eines Tages in Deutschland fortsetzen. Sein neun Jahre jüngerer Bruder Leis träumt davon, irgendwann einmal Medizin zu studieren. Obwohl die muslimischen Familien während des Ramadan vor Sonnenuntergang nicht essen dürfen, brachten die Frauen zahlreiche Köstlichkeiten fürs Büfett mit. Allerdings gab es am Ende auch noch Tränen: Mathilde Hucker verabschiedete Lisi Schulz, die die "Kleidertruhe" zusammen mit Doris Geus aufgebaut hatte und nun aus Elchingen wegzieht.