Weißenhorn Gute Erfahrungen mit Förderung der Gesundheit

Weißenhorn / MICHAEL JANJANIN 22.07.2015
Für Fachkräfte attraktiv bleiben: Das Gesundheitskonzept des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Neu-Ulm macht Schule.

Guten Zulauf hat das Gesundheits-Programm des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Neu-Ulm. Ob Antiraucherprogramm, Rückenschule oder andere Angebote: Das betriebliche Konzept, angestoßen von der Werksleitung, gefällt nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch Landrat Thorsten Freudenberger sowie den Kreisräten. "Es ist zum einen ein Zeichen der Wertschätzung", sagte Freudenberger gestern im Werkausschuss. Gesundheitsmanagement sei auch einer der Komponenten für eine gute Personalentwicklung. Denn: Als Arbeitgeber konkurriere der Abfallwirtschaftsbetrieb wie auch alle anderen kommunalen Einrichtungen mit anderen öffentlichen Einrichtungen und noch mehr mit der Privatwirtschaft um Fachkräfte und engagiertes Personal.

Klar müsse allerdings sein, dass Nachwuchsgewinnung und Zufriedenheit der Mitarbeiter "auch Geld kosten". So habe der Kurs "Gesunder Rücken" mit Physiotherapeuten im vergangenen Jahr zweigeteilt werden müssen: mit jeweils 15 Beteiligten. Das seien rund 40 Prozent der Belegschaft. Die Kosten beliefen sich auf rund 2500 Euro. Der Kurs soll in diesem Jahr erneut stattfinden. Die Themen für das Konzept war in Abstimmung mit dem Betriebsarzt und dem örtlichen Personalrat entstanden. Zweites Angebot: Ein Raucherentwöhnungsseminar - "alle acht Mitarbeiter, die daran teilgenommen haben, rauchen bis heute nicht mehr", sagte Thorsten Freudenberger.

In diesem Jahr ging es um die Vorbeugung von Herzkrankheiten - mit Belastungs-EKG und Blutuntersuchungen. Die Ergebnisse wurden im persönlichen Gespräch mit dem Betriebsarzt ausgewertet. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 5000 Euro. Gut ein Drittel der Mitarbeiter habe dieses Angebot angenommen, teilte das Landratsamt weiter mit. Im zweiten Halbjahr geht es um das Thema Ernährungsberatung - ein Konzept werde dafür gerade erarbeitet. Ergänzend: Die Leistungen für Gesundheitsprävention seien steuerfreie Arbeitgeberleistungen. Betriebe können mithin bis zu 500 Euro je Mitarbeiter und Jahr dafür steuerfrei ausgeben. Die Finanzämter orientierten sich hierbei an den Qualitätsrichtlinien der Krankenkassen. Das Raucherentwöhnungsseminar sei ohnehin über die jeweiligen Krankenkassen der Mitarbeiter finanziert worden.