Vöhringen Gute Arbeit statt guter Zeugnisse

Vöhringen / INGRID WEICHSBERGER 06.07.2013
Die Sozialarbeiter der Uli-Wieland-Schule warnen vor Drogen und Gewalt. Außerdem sind sie Ansprechpartner für die Schüler.

Ordentlich zu tun hatten die beiden Schulsozialarbeiter an der Uli-Wieland-Mittelschule, Kathleen Holl und Michael Meixner, in Vöhringen. Holl betreut die Schüler in der Praxisklasse, die Jugendliche besuchen, die den Hauptschulabschluss nicht schaffen. "Ihre Stärken liegen mehr in der Praxis, deshalb arbeiten wir mit vielen Firmen in Vöhringen und in der näheren Umgebung zusammen", lobte Holl das Engagement der jungen Leute. Es gibt in den Praxisklassen keinen Englischunterricht und dank der beteiligten Firmen können die Schüler unter fünf verschiedenen Praktika wählen.

"Dort können sie den Chef von ihrem Können und Interesse überzeugen, bevor er ein Zeugnis zu sehen bekommt", sagte Kathleen Holl in der Sitzung des Umwelt- und Hauptausschusses. Ihre weitere Aufgabe ist die Suchtprävention. Diese beginnt in den 6. Klassen mit dem Thema Rauchen, die 8. Klassen befassen sich mit dem Thema Alkoholmissbrauch; in den 9. Klassen geht es um Drogen. Holl betreut auch die Suchtprävention der Auszubildenden in den Wieland-Werken. Sie arbeitet eng mit der örtlichen Drogenberatungsstelle, mit dem Jugendhaus und dem Kreisjugendring zusammen.

Michael Meixner kümmert sich um die anderen sozialen Probleme von Schülern, Eltern und auch Lehrern. Ein ganz großes Problem sei eine Jugendbande, der Mitglieder aus Vöhringen, Bellenberg und Illertissen angehörten und die sich an die "Black Jackets" anlehnten, teilte Meixner mit.

Schlägereien fänden hauptsächlich unter Schülern mit Migrationshintergrund statt. Das Leben der Jugendlichen würden auch Scheidungen der Eltern oder das Zusammenleben in Patchwork-Familien "durcheinander bringen". Häufig äußere sich dies in Aggressionen gegenüber Lehrern und reiche bis zur Weigerung, in die Schule zu gehen.

Ein weiteres Problem sei das Mobbing unter den Schülern. 165 Schüler, 28 Eltern und 35 Lehrer suchten im vergangenen Jahr bei dem Sozialarbeiter Rat und Hilfe.

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