Kreis Neu-Ulm / CARSTEN MUTH Schneller, effektiver und bequemer soll die Sammelstelle im Müllheizkraftwerk Weißenhorn werden. Der Bau der Anlage ist beschlossene Sache, verzögert sich jedoch. Die Kreisräte sehen Optimierungsbedarf.

Der Landkreis Neu-Ulm senkt erneut die Müllgebühren. Das heißt: 86 statt 100 Euro pro Tonne wird der Abfallwirtschaftsbetrieb für die Entsorgung des Hausmülls von den Kommunen verlangen. Die Regelung gilt von 2014 an. Möglich geworden ist diese Anpassung, weil der Kreis mehr Gebühren eingenommen hat als kalkuliert. Zwischen 2008 bis 2011 betrug der angehäufte Überschuss satte 7,5 Millionen Euro. Die Überschüsse sollen nun in den kommenden Jahren an die Gebührenzahler zurückgegeben werden, hießt es. Für Richard Ambs (CSU) ein Grund zur Freude. Er hatte sich bereits vor Monaten dafür ausgesprochen, dass diese "Gewinne" den Bürgern zugute kommen.

Damit nicht genug: Der Landkreis will auch den Service am Müllheizkraftwerk in Weißenhorn verbessern. Seit Monaten tüfteln die Planer des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs an einer neuen Wertstoff-Sammelstelle. Gedacht ist eine solche Anlage für "Kleinanlieferer" - also für Privatleute oder kleinere Unternehmen. Der Bau der Anlage ist beschlossene Sache. Über das Wie besteht jedoch noch keine Einigkeit. Gestern jedenfalls hat der Werkausschuss des Kreistags kein grünes Licht gegeben. Vielmehr wurde die Entscheidung vertagt und die Werksleitung aufgefordert, die Pläne zu optimieren. Sobald dies geschehen ist, werden sich die Räte erneut mit dem Thema befassen.

Rund 100 000 Euro dürfte der Bau der Sammelstelle verschlingen. Bislang müssen sich Kunden, die ihre Wertstoffe - Altpapier, Kartonagen, Altglas, Altmetalle, Batterien und Elektrogeräte - auf dem Gelände des Heizkraftwerks im Weißenhorner Industriegebiet abgeben wollen, in Geduld üben. Vor allem freitags und samstags oder an Brückentagen ist eine Menge los, zählen die Werkbetreiber regelmäßig mehr als 200 Anlieferungen täglich. Dann staut sich der Verkehr häufig zurück von dem Gelände auf die Daimlerstraße. Damit soll künftig Schluss sein, die Abgabe schneller, effektiver und bequemer werden.

Das sehen die Pläne für die Sammelstelle vor: Künftig gibt es zwei voneinander getrennte Waagen - für Ein- und Ausgang. Die Zufahrt erfolgt weiter von der Daimlerstraße im Industriegebiet Eschach aus. Der Verkehr auf dem Gelände des Müllkraftwerks soll zielgerichteter als bislang gelenkt werden. Verschiedene Spuren führen etwa zu den Abgabestelle von Wertstoffen oder von Rest-, Haus- und Sperrmüll. Schwere Gegenstände sollen künftig einfacher abgeladen werden können. Das Material müsse künftig nicht mehr umständlich in Behälter gehievt werden. Es werde stattdessen in so genannte "Abrollcontainer mit Flügeltüren" hineingeschoben. Das spare Zeit, Kraft und Nerven, hieß es im Ausschuss.

Klingt gut, ist aber nicht perfekt, sagte Landrat Erich Josef Geßner. Er und die Kreisräte sprachen sich unter anderem für eine "vollautomatische Erfassung" der angelieferten Müllmengen und ein elektronisches Bezahlsystem aus. "Das muss heutzutage doch möglich sein", sagte der Landrat. Dem stimmte Gerhard Leopold (Freie Wähler) zu. Er betonte: "Wenn wir das machen, sollten wir es richtig machen."

Thomas Moritz, Leiter des Müllheizkraftwerks in Weißenhorn, nahm es zur Kenntnis. "Das können wir schon machen", sagte er. Die Umsetzung der Vorschläge aus dem Gremium sei allerdings nicht günstig und werde die Kosten in die Höhe treiben.

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