Einrichtung Grünguthof: So reagieren Nersinger auf die Verlegung

Adolf Kuisl (rechts) passt auf, dass das Grüngut auf dem Hof ordnungsgemäß abgeladen wird.
Adolf Kuisl (rechts) passt auf, dass das Grüngut auf dem Hof ordnungsgemäß abgeladen wird. © Foto: Patrick Fauß
Nersingen / Patrick Fauß 23.12.2017
In Nersingen soll die Grüngutsammelstelle verlegt werden. Bis zum Frühjahr hat der Hof jetzt erstmal geschlossen.

Die Sammelstelle für Grüngut im Norden von Nersingen ist zum letzten Mal geöffnet – zumindest für dieses Jahr. Als Adolf Kuisl das Tor zur Gartenmülldeponie pünktlich um zehn Uhr öffnet, stehen bereits sechs Autos auf dem Schotterweg zwischen den Feldern und warten. Schon seit 1995 passt der 84-Jährige auf, dass Blätter, Zweige, Rasenschnitt oder Staudenreste ordnungsgemäß auf dem Grünguthof abgeladen werden. Auf 450-Euro-Basis arbeitet er auf dem Hof für die Gemeinde.

„Es kommt vor, das Leute unerlaubte Sachen abladen wollen“, sagt Kuisl. Kürzlich hat er eine alte Tür und einen ganzen Wurzelteller im Grüngut gefunden. Die liegen nun auf dem Stapel neben dem Bauwagen, der als Büro und Aufwärmraum der Sammelstelle fungiert.

Gelände soll verlegt werden

Viele Gartenbesitzer bringen ihre Zweige und Gartenreste schon seit Jahren in die abgelegene Deponie am Fichtenweg. Zum Beispiel Rosi Ziegler aus Nersingen. Bei ihr falle immer viel Grüngut an, vor allem von den Stauden, erzählt sie. Seit Jahren wird in Nersingen darüber geredet, dass der Grünguthof verlegt werden soll. An der jetzigen Annahmestelle mangelt es zum Beispiel am vorgeschriebenen asphaltierten Untergrund, der Sickerwasser aufhält. Rosi Ziegler sähe einen Umzug kritisch. „Wenn sich hier der Verkehr staut, dann stört es niemand“, sagt sie.

Am geplanten neuen Grünguthof im Straßer Gewerbegebiet werde das wohl anders sein, glaubt Ziegler. Vor allem wäre es für die Nersingerin auch ein weiterer Weg  als bislang. „Das bewegt mich schon ziemlich“, sagt sie. Gerade im Sommer, wenn viele Gartenbesitzer ihren Rasenschnitt loswerden wollen, gebe es öfter mal großen Andrang an der Sammelstelle.

Der Andrang ist laut Kuisl zu Beginn und kurz vor Ende der Öffnungszeiten am größten. So war es auch an diesem Samstag. Verglichen mit den Sommermonaten war mit den 70 bis 80 Autos insgesamt eher wenig Betrieb. Und um die Mittagszeit war zeitweise gar nichts los.

Fester Untergrund vorteilhaft

Das Gelände ist lediglich ein gekiestes und eingezäuntes Grundstück von etwa einem Hektar Größe. Ein weiterer Besucher fährt in den Hof. Er holt Körbe mit Blättern aus dem Kofferraum und leert sie aus. „Ich hätte nichts gegen eine Verlegung“, sagt der Mann. Auf dem jetzigen Grüngut­hof mache man sich besonders bei regnerischem Wetter, wie an diesem Samstag, die Schuhe leicht schmutzig. Ein fester Untergrund hätte da Vorteile.

Wann genau der Umzug zur Grün­­gutanlage auf dem ehemaligen Muna-Gelände in Straß geplant ist, weiß Kuisl nicht. Im Haushalt der Kommune ist jedoch bereits Geld eingestellt. Das es aber so schnell geht, gar bis Beginn der nächsten Saison im April, glaubt der 84-Jährige nicht.

Auf dem Gelände in Straß werde er wohl nicht weiter die Aufsicht machen, meint Kuisl. Stattdessen werde dann er mehr Zeit im Nersinger Gemeindewald verbringen und seiner Passion nachgehen: der Jagd. Denn auch  im Unterholz muss nach dem Rechten geschaut werden.

Im Frühjahr wieder geöffnet

Öffnungszeiten Die Wiedereröffnung im Frühjahr hängt von der Witterung ab, heißt es von der Gemeinde Nersingen. Öffnungszeiten sind immer mittwochs und samstags. Baum- und Heckenschnitt, Gras und Blumen können an der Sammelstelle entsorgt werden, Wurzelstöcke werden nicht angenommen.

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