Senden / NIKO DIRNER  Uhr
Die Polizei hat Daniel Thébaud vom Kreisverbandes der Grünen erwischt, als er Plakate der AfD abgehängte. Die AfD machte seinen Namen nun öffentlich.

Als Tatzeit hat die Polizei den 18. Mai, 2 Uhr, festgehalten. Da bemerkten zwei Streifenbeamte, wie sich ein Mann und eine Frau an Wahlplakaten der Alternative für Deutschland (AfD) in Senden zu schaffen machten. Wie sich herausstellte, hatte das Duo sieben Tafeln abgerissen und im Auto des Mannes verstaut. Dessen Identität hat die AfD nun öffentlich gemacht: Es handelt sich um Daniel Thébaud, einer der Sprecher des Vorstandes der Grünen Jugend Schwaben, Kassier des Grünen-Kreisverbandes Neu-Ulm sowie Kassier des Ortsverbandes Pfaffenhofen. Bei den Kommunalwahlen trat Thébaud auf der Kreistagsliste sowie auf der Gemeinderatsliste in Pfaffenhofen an.

Der AfD-Kreisverband sieht nun einen „definitiven Beweis“ dafür, „dass die Spitze der Partei Die Grünen, die das Banner der Moral und der Gewaltfreiheit vor sich her trägt“, für die flächendeckene Zerstörung und den Diebstahl von AfD-Plakaten verantwortlich sei. Walter Böttcher, Sprecher des Kreisverbands: „Die AfD verurteilt jede Form von Gewalt im Wahlkampf.“

Der Thébaud, 27, betont auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE, er habe die Plakate nicht zerstört, sondern nur abgehängt. Er habe die Aktion auf dem Rückweg von einer Veranstaltung aus einer „spontanen Stimmung“ heraus gestartet. Denn mit den Slogans der AfD, die teils wortgleich seien mit jenen der rechtsextremen NPD, werde „auf gefährliche Art Stimmung gemacht gegen Minderheiten“. Thébaud hat einen Migrationshintergrund, seine Frau ist aus Ghana. Thébaud widersprach der Darstellung der AfD, er sei vermummt gewesen: „Ich hatte Hemd und T-Shirt an.“ Die Frau, die dabei war, habe mit der Sache nichts zu tun. Allerdings ermittelt die Polizei auch gegen die 20-jährige Sendenerin wegen Diebstahls.

Grünen-Kreisvorstand Holger Greif sagt, er sei von der Tat „nicht begeistert“. Allerdings würden auch Plakate der Grünen oft abgerissen. Thébaud sei „noch jung, sehr engagiert und leidenschaftlich“. Gründe für einen Rücktritt erkenne er nicht.

Nach der Tat: Interview mit Daniel Thébaud: AfD ist brandgefährlich