Engagement Großzügiger Rabatt für Ehrenamtliche

Hereinspaziert für umsonst! Bürgermeister Raphael Bögge (links) und Betriebsleiter Michael Öchsle heißen Ehrenamtliche mit entsprechendem Nachweis willkommen.
Hereinspaziert für umsonst! Bürgermeister Raphael Bögge (links) und Betriebsleiter Michael Öchsle heißen Ehrenamtliche mit entsprechendem Nachweis willkommen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Senden / Niko Dirner 13.10.2018

Ehrenamtliches Engagement soll sich noch mehr lohnen – deshalb hat der Landkreis Neu-Ulm im Mai die bayerische Ehrenamtskarte eingeführt (wir berichteten). Ende September sind in einer Feierstunde die ersten dieser Anerkennungen ausgegeben worden. Nun hat die Stadt Senden eigene Anerkennungsstellen für die Ehrenamtskarte eingerichtet. Und diese sind weitreichender als alle anderen Angebote.

Wie Bürgermeister Raphael Bögge mitteilt, sind das See- und Hallenbad sowie die Eislaufanlage ab sofort kostenlos für Besitzer der Ehrenamtskarte. „Wir als Kommune sollten mit guten Beispiel vorangehen und da bieten sich die kommunalen Einrichtungen an“, sagt der Bürgermeister. Außerdem liefen Gespräche mit der Pfarrkirchenstiftung, um auch die Stadtbücherei zu einer Akzeptanzstelle zu machen.

Bögge erklärt: „Wir wollen uns als Stadt Senden damit bei den vielen Menschen bedanken, die sich für andere einsetzen und jede Woche ihre Zeit zum Wohle der Allgemeinheit einbringen.“ Melanie Gindler, Leiterin der kommunalen Freiwilligenagentur „Ehrenwert“ ergänzt: „Die Ehrenamtskarten ist eine gute Sache.“ Die Freiwilligenagentur berate interessierte Ehrenamtliche auch gerne, wenn  sie diesen Nachweis bestellen wollen.

Der Gratis-Eintritt in die städtischen Freizeiteinrichtungen bedeutet eine stattliche Ersparnis. So verlangt die Stadt von einem Erwachsenen eigentlich 5 Euro für die Nutzung der Eislaufanlage Illerau. Kinder und bezahlen 2,50 Euro. Dieselben Preise gelten auch für das See- und Hallenbad. Auf der anderen Seite könnte der Kommune durch diese Neuregelung bei beispielsweise fast 200 aktiven Feuerwehrleuten allein in Senden einiges an Einnahmen für ihre defizitären Betriebe fehlen. Das Bad beispielsweise schreibt jährlich ein Minus von über einer Million Euro.

Andernorts sind die Vorteile für Besitzer der Ehrenamtskarte viel kleiner. Die Kreis-Freiwilligenagentur listet derzeit zehn Akzeptanzstellen auf. Darunter sind drei Bäder, jene in Neu-Ulm, Oberelchingen und Illertissen. Diese gewähren nur Rabatte: 15 Prozent auf alle regulären Eintrittspreise gibt es im Donaubad und im Nautilla, jeweils 50 Cent sparen Ehrenamtliche in Oberelchingen auf Einzel- und 10er-Karte. „Die Stadt Senden ist hier schon sehr großzügig“, meint Doris Böck von der Kreis-Freiwilligenagentur.

Auch in anderen Freizeiteinrichtungen können Ehrenamtliche mit der Karte sparen: In der Kartbahn Ecodrom in Neu-Ulm gibt es einen Nachlass um bis zu drei Euro, der Waldseilgarten Wallenhausen spendiert Kletterern Wienerle mit Semmel sowie ein Getränk. Weitere Beispiele: Ermäßigter Eintritt fürs Roggenburger Bildungszentrum, Rabatte bei den Möbelhäusern Inhofer und Wirth; sowie bei Sport Sohn und im Lasertag in Neu-Ulm.

Info Alle Akzeptanzstellen im Kreis Neu-Ulm gibt es hier: www.landkreis.neu-ulm.de/de/akzeptanzstellen.html

Karte in blau oder goldfarben erhältlich

Auszeichnung Die bayerische  Ehrenamtskarte gibt es seit 2011, der Landkreis Neu-Ulm hat sich heuer anschlossen. Eine blaue Karte erhält, wer sich seit mehr als zwei Jahren mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr engagiert. Die goldene Karte zeichnet ein Ehrenamt von über 25 Jahren aus.

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