Altenstadt / KURT HÖGERLE Die Musikgesellschaft Illereichen-Altenstadt bat zum Konzertabend und alle kamen. Als Gastkapelle fungierte der Musikverein Kellmünz.

Die Altenstadter Schulturnhalle platzte am Samstagabend aus allen Nähten: Die Musikgesellschaft Illereichen-Altenstadt hatte zum Jahreskonzert eingeladen, und kaum eine Handvoll der 360 Stühle blieb unbesetzt. Entsprechend freute sich der Altenstadter Gesellschaftsvorstand Michael Dohl: "Es macht unheimlich Spaß, vor so vielen Leuten aufzutreten. Dafür hat sich unsere Probenarbeit gelohnt."

Die erste Hälfte des Jahreskonzerts gestalteten die Musiker des Nachbarvereins aus Kellmünz mit einem sehr engagierten Programm aus teils noch nie gehörten symphonischen Stücken wie "Glasnost", eine großartige, feierliche Komposition des wohl berühmtesten lebenden Komponisten für Blaskapelle, Jacob de Haan, der für dieses Werk einen seiner Künstlernamen, Dizzy Stratford, benutzte.

Gleich im Anschluss daran spielten die von Manfred Förg sicher geleiteten Kellmünzer das Concierto d'Amore des gleichen Komponisten. Zum krönenden Abschluss stimmten sie dann richtig böhmisch-mährisch den Konzertmarsch "Egerländer Sterne". Förg, der erstmals ein Jahreskonzert dirigierte, lobte anschließend seine Musiker: "Heute konnten alle ihr bestes Spiel abrufen."

Nach der Pause übernahm die gastgebende Kapelle auf der Bühne Platz. Zum Auftakt spielten sie den munteren "Egerländer Musikantenmarsch" als Hommage an einen der ganz großen Komponisten, Arrangeure und Dirigenten von Blasmusik, Ernst Mosch, der am Samstag 90 Jahren geworden wäre. Nach dem böhmisch-mährischen Auftakt folgte eine höchst diffizile Blasorchester-Version des Strauß-Walzers "An der schönen blauen Donau".

Unbestrittener Höhepunkt des Abends - sowohl in spieltechnischer Hinsicht als auch von der Stimmung im Publikum - war zweifellos das Medley aus dem Musical "Tanz der Vampire". Das Altenstadter Blasorchester spannte einen bunten akustischen Regenbogen aus Klang und Melodie, in dem sich Spieltechnik und Spielfreude beständig neue Klangfarben zu erfinden schienen. Besonders brillierten dabei die Tenor- und Barithonhörner, die ohnehin vom Arrangeur Wolfgang Wössner mit großen Melodieführungen bedacht worden waren.

"Music" von John Miles und ein von Kurt Gäble, einem bekannten Blasmusik-Komponisten aus der Memminger Region arrangiertes Simon-and-Garfunkel-Medley, rundeten das offizielle Programm ab. Doch erst nach zwei Zugaben war das Publikum bereit, die Musiker von der Bühne zu entlassen.