Glaube Prayer-Festival in Marienfried

Pfaffenhofen / Patrick Fauß 13.08.2018

Auf dem Parkplatz der Gebetsstätte Marienfried bei Pfaffenhofen stehen Autos mit Kennzeichen aus ganz Süddeutschland. „Den Glauben kennen lernen und junge Leute treffen“, umreist Florian Schmutz (33), Leiter des Prayer-Festivals und von „Jugend 2000“, den Zweck der Veranstaltung, zu der die Teilnehmer teilweise sehr weite Anfahrten auf sich genommen haben.  1500 bis 2000 junge und junggebliebene Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahre sind gekommen. Allein über das Internet hatten sich rund 900 Teilnehmer für das Festival angemeldet, das an gestrigen Sonntag endete.

Im großen Hauptzelt beginnt am frühen Mittwochnachmittag die „Begrüßung und Einführung“ für das 10. Internationale Prayer-Festival. Prayer ist englisch und bedeutet „Betender“. Mehr als 200 Besucher haben sich dort eingefunden. Die Band im Zelt spielt moderne Glaubenslieder in poppig-eingängigem Sound, viele Besucher klatschen und singen mit, alle sind gut drauf.

„Zeigt Offenheit und lernt neue Leute kennen“, fordert Moderatorin Sonja Eichenhofer aus Vöhringen die Anwesenden auf. Gestartet wird mit einer offenen Kennenlernrunde. Die Anwesenden mit den weitesten Anreisen, aus Wien, Niedersachsen oder England, melden sich. Leute, die im Handstand laufen können, führen das zur Freude der Anwesenden einige Male vor.

Die Festivalregeln werden erläutert: Jungs und Mädchen sollen die getrennten Schlafbereiche respektieren. Rauchen ist nur in der Raucherzone erlaubt. Nach etwa einer Stunde ist die erste Veranstaltung vorbei. Nächster Programmpunkt im Zelt ist die Heilige Messe um 21.15 Uhr.

Rund 100 000 Euro kostete die Veranstaltung, erläutert Florian Schmutz. Die Teilnahme war kostenfrei – eine Spende sei jedoch erwünscht. Bislang konnten die Veranstaltungskosten jedes Mal aus Spenden gedeckt werden. „Have no fear“, dieser Satz ist die letzte handschriftliche Notiz des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. (1920 bis 2005). Und eben dieser Satz ist überall auf Plakaten und Flyern des Festivals zu lesen. Er bildet das Motto des diesjährigen Prayer-Festivals und bedeutet: „Fürchtet euch nicht.“

Auch Beichten ist möglich

Geboten waren neben freier Kost zahlreiche Workshops und Vorträge zum Thema Glauben. Die Titel lauten „Gott erfahren“ oder „Freiheit finden“. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Beichte geboten. Zahlreichen Geistliche waren anwesend. Unter anderem  Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg, der den Gottesdienst am Sonntag leitet. Morgens wurde um 9 Uhr wird mit „Lobpreis“ gestartet. Abends endete das Programm mit „Chill out“ und „Nachtanbetungen“.

Die Gründe für die Teilnehmer, nach Marienfried zu kommen, sind unterschiedlich. Andreas Kürten aus dem benachbarten Pfaffenhofen erzählt, es sei auf den Tipp von einem Freund hin gekommen. „Ich will es mir einfach mal anschauen“, sagt der 18-Jährige. Simon Thoma aus Weißenhorn hat schon mal ein einem eintägigen Prayer-Festival teilgenommen. Nun wollte er sich einmal vier Tage Zeit nehmen, sich auf Gott auszurichten.

Verein „Jugend 2000“ sitzt in Beuren

Veranstalter „Jugend 2000“ wurde 1989 Gegründet und hat seinen Sitzen in Pfaffenhofen-Beuren. Es gibt fünf hauptamtliche Mitarbeiter und rund 400 ehrenamtliche. Im Untertitel heißt es bei Jugend 2000: „Aufbruch der jungen Kirche im Geist Mariens“. Die internationale Dachbewegung „Youth 2000“ wurde 1990 gegründet, nachdem Papst Johannes Paul II. die Jugendlichen zu einer Neuevangelisierung aufgerufen hatte.

Gedenkstätte Marienfried mit seiner Kirche „Maria, Mutter der Kirche“ ist eine Gebetsstätte des Bistums Augsburg. Zum Areal bei Pfaffenhofen gehören eine Gastronomie, ein Übernachtungsbetrieb für Pilger sowie ein Wallfahrtsladen. 5000 Übernachtungen kommen in einem Jahr zusammen. Zum 1. Oktober kommt ein neuer Direktor: Pfarrer Georg Alois Oblinger folgt auf den Bischöflichen Geistlichen Rat Clemens Maria Henkel.

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