Zusammenarbeit Iller-Roth-Biber-ILE: Kommunen kooperieren

Illertissen / Von Manuela Rapp 18.05.2018
Sieben Kommunen haben sich in der Iller-Roth-Biber-ILE für eine engere Zusammenarbeit vereint.

Gemeinsam sind wir stärker: Ob Landwirtschaft, Umweltschutz oder Tourismus, wie Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen kurz skizzierte, Themen gibt es genügend, die eine Zusammenarbeit der  Kommunen Illertissen, Buch, Kellmünz, Oberroth, Osterberg, Roggenburg und Unterroth sinnvoll machen. Also haben sich die sieben Gemeinden nun unter dem Dach der so genannten  „Integrierten Ländlichen Entwicklung“ (ILE) zusammengeschlossen. Mit Rat und Tat und finanzieller Förderung steht ihnen dabei das Krumbacher Amt für Ländliche Entwicklung zur Seite.

„Die Iller-Roth-Biber-ILE ist die achte ILE, die wir von Krumbach aus betreuen“, bemerkte Baudirektor und Abteilungsleiter Christian Kreye bei der Vertragsunterzeichnung im Illertisser Feuerwehrhaus. Es sei dies ein Angebot, um Herausforderungen interkommunal zu lösen. „Sie entscheiden aus einem breiten Spektrum, was Sie angehen wollen“, wandte er sich an die Bürgermeister. Dabei ging Kreye bereits auf den nächsten Schritt ein: Mit Hilfe eines Planungsbüros, das die beteiligten Gemeinden auswählten, solle ein Maßnahmenkonzept zu diesen Themenfeldern erarbeitet werden.

Der Ingenieur riet dazu, Arbeitsgruppen in den jeweiligen Orten zu bilden. Denn: „Ihr Weg muss gefunden und interkommunal angegangen werden.“ Die Entscheidungen würden in den Gemeinderäten getroffen. Die ILE wolle den Prozess fachlich und finanziell unterstützen und bei der Umsetzung helfen. „Das Konzept wird mit bis zu 75 Prozent und maximal 70 000 Euro Euro bezuschusst“, heißt es seitens des Krumbacher Amtes dazu. Später könnten, basierend auf den Planungen, auch die Kosten für einen „Umsetzungsbegleiter“ gefördert werden. Dieser ILE-Manager, der zeitlich begrenzt konzipierte Projekte anschiebe und organisiere, würde mit ebenfalls bis zu 75 Prozent und bis zu 90 000 Euro jährlich unterstützt.

Der Markt Buch darf sich nach den Worten von Christian Kreye im Übrigen auf die Fahnen schreiben, Auslöser für die sich nun anbahnende Kooperation gewesen zu sein. „Er suchte Fördermöglichkeiten für den ländlichen Wegebau“, erinnerte der Abteilungsleiter. Damit werde nun auch begonnen: Erstellt werden soll ein gemeinsames Kernwegenetz mit dem Ziel, eine bessere Infrastruktur für Landwirtschaft und Freizeitbereich zu schaffen. „Es entstehen keine neuen Wege“, betonte der Baudirektor. Vielmehr handle es sich um eine Art Leitfaden, in welche Wegebaumaßnahmen investiert werde, und zwar unter Beteiligung der Gemeinden und der Nutzer.

Qualifizierte Stellen schaffen

Weitere Projekte, da ist sich Kreye sicher, werden folgen. Vereinbart haben die Kommunen schon die Felder Naherholung/Tourismus, Natur und Landschaft, Landnutzung/Landwirtschaft sowie Gewässer/Gewässerschutz, Dorf und Siedlung.

Vor welchen Herausforderungen die Kommunen stehen, beschrieb eindrücklich Buchs Bürgermeister Roland Biesenberger: „Wir hatten einmal 110 Landwirte unterschiedlicher Größe, heute sind es maximal noch zehn.“ Die familiären Betriebe befänden sich in Auflösung. Übrig blieben zwei Biogasanlagen, die Hauptnutzer der bäuerlichen Flächen seien. „Es sind 100 Arbeitsplätze in diesen Familienbetrieben weggebrochen.“

Durch die Zusammenarbeit in der ILE sieht Biesenberger indes Chancen, qualifizierte Stellen zu schaffen. „Wir brauchen einen gewissen Anker“, fügte er hinzu und bedankte sich bei Jürgen Eisen, dass sich Illertissen dazu bereit erklärt habe. „Wir haben einen ganz wichtigen Weg beschritten, der so manches Denkmuster über den ländlichen Raum über den Haufen wirft.“

Auch die anderen Kommunen stehen vor großen Strukturumbrüchen. Rainer Schmalle, Osterbergs Ortschef, etwa erklärte: „Als kleines Rathaus kommt man schnell an die Grenzen.“ Mit starken Partnern werde man vieles erreichen können. Im Roggenburger Ortsteil werde eine Dorferneuerung angestrebt, informierte Rathauschef Mathias Stölzle. Dieses Ziel hat sich nach Worten seines Kollegen Gerhard Struve ebenso die Gemeinde Unterroth gesteckt.

ILE: Integrierte Ländliche Entwicklung

Übergreifend agieren Immer mehr Gemeinden in Bayern schließen sich zusammen, um Projekte Gemeinde übergreifend in ökonomischer, ökologischer und sozial nachhaltiger Weise planen und ausführen zu können, aber auch um Einsparmöglichkeiten zu nutzen. Die Ämter für Ländliche Entwicklung helfen den Kommunen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) dabei, ihre Zielsetzungen zu koordinieren.