Marienfried / MATTHIAS SAUTER  Uhr
Jugendliche aus der ganzen Welt haben in der Gebetsstätte Marienfried zusammen das internationale Prayerfestival gefeiert. Unter den Referenten war auch der neue Augsburger Weihbischof Florian Wörner.

Das Gelände rund um die Gebetsstätte Marienfried glich in der vergangenen Tagen einem großen Zeltlager. Mehr als 500 christliche Jugendliche aus Österreich, England, Mexiko, dem Kongo und aus allen Teilen Deutschlands waren gekommen, um das internationale Prayerfestival zu feiern - to pray heißt beten auf Englisch. Auf dem Programm standen Diskussionen über Gott und den Glauben, gemeinsame Gebete, Gottesdienste sowie musikalische Anbetungen. Auch der neue Augsburger Weihbischof Florian Wörner war am Donnerstag zu einer Gesprächsrunde in Marienfried. Der Diözesanjugendseelsorger ist seit 2003 geistlicher Begleiter der katholischen Jugendbewegung "Jugend 2000", die das Prayerfestival veranstaltet.

Einige Stunden nach dem Besuch waren die Nachwuchskatholiken immer noch fasziniert von Weihbischof Wörner: "Er hat einen sehr persönlichen Vortrag gehalten und uns die vielen positiven Rückmeldungen geschildert, die er in seinen ersten beiden Monaten als Weihbischof erhalten hat", erzählte Kathrin Schönauer aus München. Unter dem Motto "Wie er ist?" referierte Wörner über die Eigenschaften Gottes wie Barmherzigkeit oder Güte. Als Bibelstelle wählte der 42-Jährige das biblische Gleichnis vom "Verlorenen Sohn" aus. "Er hat uns nahe gebracht, dass Gott immer für uns da ist und wir jederzeit zu ihm umkehren können", erinnerte sich Zuhörer Roland Kiechle.

Die Hauptveranstaltungen des Prayerfestivals fanden in einem riesigen Zelt statt, das den zentralen Anlaufpunkt für die Jugendlichen darstellte. An einer Seite des Zeltes war ein mächtiges Kreuz angebracht, in der Mitte befand sich eine Pyramide mit Kerzen und dem Allerheiligsten. "Hier kommen wir auch zusammen, um stille Anbetungen zu halten oder den Rosenkranz zu beten", sagte Julia Kleinheinz, die Cheforganisatorin und Sprecherin der "Jugend 2000 Augsburg". Gleich neben dem Hauptzelt hatten die Veranstalter ein "Chill-Out-Zelt" eingerichtet, das zum Tischkicker spielen oder zum Faulenzen einlud. Zudem stellten sich katholische Organisationen vor.

"Alle Jugendlichen, die zu einem Prayerfestival kommen, machen neue Erfahrungen mit Gott", sagte Julia Kleinheinz. Bestätigen konnte das der 23-jährige Dirk Egger, der aus Regensburg angereist war. "Ich finde es sehr spannend, mit Gleichgesinnten tiefgreifende Gespräche über Gott zu führen. Das Festival in Marienfried hat ein cooles Flair." Die Katholikin Larissa Linz aus Ravensburg war zum zweiten Mal auf einem internationalen Prayerfestival "Mir ist es wichtig, dass der Glaube jeden Tag aufs Neue gelebt wird", sagte die Besucherin.

Höhepunkt des Festivals war am Samstagabend ein eucharistischer Gebetsabend, an dem meditative Musik gepaart mit geistlichen Texten zu hören war. Gestern, am Abschlusstag, erzählten die Jugendliche dann ihre persönlichen Erlebnisse mit Gott. Beendet wurde das Festival ab 11.45 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst.