Kellmünz Gemeinde sucht neue Wohnung für Kellmünzer Unfallopfer

Kellmünz / WILLI BÖHMER 31.08.2013
Der 46-jährigen Frau, die beim Zugunglück in Kellmünz schwerste Verletzungen erlitt, geht es besser. An ihrem Wohnort läuft eine Hilfsaktion.

"Wir haben sehr positive Neuigkeiten." Klaus Seidler, dem Bürgermeister des 835-Seelen-Ortes Osterberg im Süden des Landkreises Neu-Ulm, fällt hörbar ein Stein vom Herzen. Die 46-jährige Frau aus dem Ort, deren Wagen am 17. Juli in Kellmünz von einem Regionalexpress erfasst wurde und die dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitt, konnte inzwischen aus der Intensivstation des Bundeswehrkrankenhauses Ulm in eine Normalstation verlegt werden.

Noch vor eineinhalb Wochen bangten sie um das Leben der Frau, inzwischen hat sie sich so weit erholt, dass sie wohl in wenigen Wochen in die Rehabilitation verlegt werden kann. Sie hat Besuch aus ihrem Heimatort erhalten.

Ihre Schwester, die seit dem Unfall die drei Kinder und ein Enkelkind der 46-jährigen Alleinerziehenden versorgte, ist inzwischen in ihren Wohnort zurückgekehrt. Sie hat die beiden kleineren Kinder, neun und sechs Jahre alt, mitgenommen. Die 18-jährige Tochter und ihr Baby blieben in der Wohnung in Osterberg.

Diese Wohnung, die im 1. Stock eines Mietshauses liegt, ist für die 46-Jährige nicht mehr geeignet: Die Frau verlor durch das Zugunglück beide Beine und braucht künftig eine rollstuhlgerechte Wohnung. Die Gemeinde sei auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft, berichtete der Bürgermeister.

Schon vor Wochen sind Hilfsaktionen angelaufen, um die Frau und ihre Familie zu unterstützen. Auf dem Spendenkonto der Gemeinde Osterberg sind 35.000 Euro eingegangen, aber das werde nicht reichen, um alle benötigten Hilfen zu bezahlen, sagte Seidler. Deshalb bittet er um weitere Unterstützung.

Eine, die schon früh eine eigene Spendensammlung begonnen hat, ist die Friseurin Alexandra Matouschek aus Osterberg. Auf ihren Konto haben sich inzwischen 4441,98 Euro angesammelt. Das Unfallopfer will auf jeden Fall nach Osterberg zurück, berichtete sie nach einem Besuch in der Klinik.

Info Die Gemeinde hat zwei Spendenkonten eingerichtet: Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen, BLZ 730 500 00, Kto 190 397 075, Gemeinde Osterberg, Verwendungszweck: Zugunglück; oder Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz, BLZ 720 697 36, Kto. 5 720 664.