Energie Gaskraftwerk: SWU-Projekt weit gediehen

Leipheim / Niko Dirner 17.04.2018

Gespanntes Warten bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm: Bereits Mitte Februar hatte der Übertragungsnetzbetreiber Amprion angekündigt, Anfang April die so genannten „netztechnischen Betriebsmittel“ auszuschreiben. Passiert ist das aber bislang nicht, dabei wollen doch die SWU bei Leipheim auf dieser Grundlage ein gasgetriebenes Reservekraftwerk errichten.

Wie berichtet, handelt es sich dabei um Anlagen, die die Energiewende absichern sollen. Die also ab 2021 – wenn das Atomkraftwerk Gundremmingen vollständig vom Netz gegangen ist – das Stromnetz stabilisieren, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Außerdem soll von solchen Kraftwerken, die auch Heizöl als Ersatzbrennstoff gebunkert haben, nach einem kompletten Blackout das Stromnetz wiederaufgebaut werden.

Drei Anlagen im Rennen

Die SWU arbeiten seit Jahren an ihrem Projekt und sehen sich im Vorteil gegenüber den Konkurrenten. Wie berichtet, will die Firma PQ Energy ein Gaskraftwerk bei Gundelfingen errichten. RWE plant eine solche Anlage neben dem Kernkraftwerk. Tatsächlich ist das SWU-Vorhaben im bereits angestoßenen Genehmigungsverfahren weit gediehen, teilt die Regierung von Schwaben mit.

So hat nur dafür bereits ein Erörterungstermin stattgefunden. Darauf basierend haben die SWU im Februar geänderte Planunterlagen eingereicht. „Diese machten eine erneute Beteiligung der betroffenen Fachbehörden und Stellen notwendig“, schreibt der Sprecher der Regierung. Erst wenn diese abgeschlossen ist, kann genehmigt werden oder eben nicht. Für die Projekte von PQ und RWE haben bislang lediglich Scoping-Termine stattgefunden. Dabei werden die Projektverantwortlichen informiert, was im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens auf sie zukommt. Ein offizielles Genehmigungsverfahren läuft in beiden Fällen noch nicht.