Urteil Gabelstapler zertrümmert Mann das Bein: Fahrer verurteilt

Neu-Ulm / Benjamin Merkle 04.07.2018
Das Gefährt hatte sich im Winter in einer Sendener Firma selbstständig gemacht. Der Fahrer wurde jetzt verurteilt.

Ein Arbeitsunfall, der sich Anfang diesen Jahres in einer Sendener Firma ereignet hatte, ist am Dienstag am Neu-Ulmer Amtsgericht verhandelt worden. Die Staatsanwaltschaft legte einem Mann aus Bosnien-Herzegowina zur Last, seinen Gabelstapler verlassen zu haben ohne die Feststellbremse zu betätigen. Der Angeklagte verließ sich, nach eigener Aussage, auf die automatische Bremse. In der Folge machte sich der Stapler selbstständig. Ein technisches Versagen schloss der anwesende Sachverständige aber aus.

Das Bein eines Arbeiters ge­riet zwischen den heranrollenden Gabelstapler und eine mobile Werkbank. Der Mann trug dadurch einen dreifachen Schien- und Wadenbeinbruch davon. Auch das Sprunggelenk wurde verletzt. Im Zeugenstand sagte er: „Ich hatte bereits neun oder zehn Operationen unter Vollnarkose und muss immer befürchten, dass ein Keim in die Wunde gelangen könnte. Dann würde ich mein komplettes Bein verlieren.“

Er würdigte aber auch, dass der Angeklagte ihn mehrere Male im Krankenhaus besucht habe, um sich zu entschuldigen. Auch eine schriftliche Entschuldigung habe dieser ihm zukommen lassen.

Die Staatsanwaltschaft forderte 70 Tagessätze zu je 65 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der verteidigende Anwalt forderte dagegen ein Urteil, das mehr als 30 Tagessätze zu je 40 Euro nicht überschreite. Er sehe ein Mitverschulden des Geschädigten, da dieser den Staplerfahrer nicht über seine Tätigkeit außerhalb seines Blickfeldes, informiert habe.

Richter Thomas Mayer sprach den Angeklagten der fahrlässigen Körperverletzung schuldig und verurteilte diesen zu 40 Tagessätzen zu je 60 Euro. Außerdem hat er die Kosten der Verhandlung zu tragen. Zu Gunsten des Angeklagten sprechen seine überzeugende Reue und die Tatsache, dass er vorher nie strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, so Mayer.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel