Ulm Frühling liegt auf Eis

Der Frühling ist in Schnee und Eis erstarrt. Foto: dpa
Der Frühling ist in Schnee und Eis erstarrt. Foto: dpa
SWP 04.04.2013
2011 Wärme und strahlende Sonne, dieses Jahr ein "Märzwinter", der Frühlingsgefühle in Kälte und Schnee erstarren lässt. Die letzte Märzwoche war sogar die kälteste und schneereichste seit 1968.

"Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee": Diese abgedroschene, aber sinnige Wetterweisheit hat sich dieses Jahr eindrücklich bestätigt. Während an Weihnachten bis zu 15 Grad gemessen wurden, verharrte das Quecksilber an Ostern in Gefrierpunktnähe. Dabei hatte es in der ersten Märzhälfte noch richtig verheißungsvoll ausgesehen.

Während im Nordosten Deutschlands meterhohe Schneeverwehungen und Eiseskälte für erhebliche Verkehrsbehinderungen und Schulausfälle sorgten, brachte bei uns laue Biskayaluft nach dem langen und sonnenscheinarmen Winter einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Frühling. Zwischen dem 5. und 12. kletterten die Temperaturen verbreitet über 15 Grad, am Bodensee und im Schussenbecken sogar nahe an die 20 Grad.

Zur Monatsmitte hin erreichte die russische Kälte dann aber auch den Süden Baden-Württembergs. Dieser von den Meteorologen als "Märzwinter" bezeichnete spätwinterliche Vorstoß arktischer Kaltluft, ist ein Witterungsregelfall, der statistisch gesehen alle drei bis vier Jahre eintritt. Doch so ausgeprägt wie jetzt ist er nur selten.

An der Wetterzentrale Bad Schussenried verbuchten die Wetterkundler mit einer Durchschnittstemperatur von plus 2,0 Grad Celsius (Mittelwert: 3,9°C) den kältesten März seit dem Jahr 2006. An 23 Tagen (Mittelwert: 18,4 Tage) wurde Frost und an 13 Tagen (7,3 Tage) eine geschlossene Schneedecke registriert. 2006 lag allerdings an 22 Tagen bis zu einem halben Meter Schnee. Wohlgemerkt in den Niederungen und nicht auf den Alb- oder Allgäuhöhen! Trostlos war wieder einmal die Sonnenscheinbilanz. Schon im Januar und Februar war es trüb wie selten zuvor und diese "Sonnenfinsternis" setzte sich im März nahtlos fort. Mit gerade einmal 85,5 Sonnenscheinstunden wurde das Monatssoll um rund 50 Stunden verfehlt. An 17 Tagen hielt sich die Sonne ganztags bedeckt und heitere Tage mit ungestörtem Sonnenschein gab es überhaupt nicht.

An den meisten Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd bewegen sich die Niederschlagsmengen mit 40 bis 60 Liter/m² ungefähr im statistischen Märzmittel der letzten dreißig Jahre. Es gibt allerdings auch Ausreißer. So ermittelte Norbert Fortenbacher in Leutkirch-Adrazhofen 83,7 Liter Regen und Schnee je Quadratmeter, Leo Hoffmann in Riedhausen dagegen lediglich 22,8 Liter/m².

Auch die Umstellung auf Sommerzeit konnte das Wetter nicht umstimmen. Doch aufgrund der zunehmenden Kraft der Sonnenstrahlen ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Frühling ins Land zieht. Und wenn er den Sonnenscheinmangel der letzten Monate wettmachen will, dann müssten uns viele, warme und schöne Tage bevorstehen.

Info
Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und Informationen rund ums Wetter unter www.wetterwarte-sued.com