Weißenhorn Früh an Einsätze gewöhnen

Gregor Ziegler macht seit fünf Jahren in der Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn mit. Der 17-Jährige freut sich schon darauf, in den aktiven Dienst übernommen zu werden. Foto: Markus Watko
Gregor Ziegler macht seit fünf Jahren in der Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn mit. Der 17-Jährige freut sich schon darauf, in den aktiven Dienst übernommen zu werden. Foto: Markus Watko
Weißenhorn / MARKUS WATKO 16.08.2013
Am 14. und 15. September stehen die Jugendlichen der Feuerwehr Weißenhorn ganz im Mittelpunkt: Sie stellen sich vor und zeigen, was sie können. Anlass ist die Gründung der Jugendabteilung vor 40 Jahren.

40 Jahre Jugendarbeit, das heißt 40 Jahre Ausbildung und Übungen, 40 Jahre Wettkämpfe, Kameradschaft und Spaß, 40 Jahre ehrenamtliches Engagement. Am 19. September 1973 wurde die erste Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn gegründet. Der damalige Kommandant Walter Bestle bewies seinerzeit Weitblick und erkannte die Zeichen der Zeit: Jugendarbeit ist die Grundlage einer funktionsfähigen Wehr. Der jetzige Kommandant und Kreisbrandinspektor Willi Schneider war Gründungsmitglied der Jugendgruppe in Weißenhorn.

Heute zählt sie 15 Mitglieder, darunter zwei Mädchen. "Diese dürfen seit 1992 an der Jugendgruppe teilhaben", erklärt Schneider. Generell gilt: Jeder ab zwölf Jahren, der sich für technisches Gerät interessiert, etwas erleben und auch Verantwortung übernehmen will, ist willkommen.

Zum Beispiel Gregor Ziegler. Der 17-Jährige engagiert sich seit fünf Jahren in der Jugendgruppe. "Ich habe damals mit meinem Kumpel angefangen", sagt der Schüler. "Es macht Spaß und man lernt etwas, außerdem habe ich in der Feuerwehr einen zweiten Freundeskreis gefunden."

Auch der heutige Jugendwart Jürgen Kunze entstammt der Weißenhorner Jugendfeuerwehr. Er ist in erster Linie für Ausbildung und Schulung der Jugendlichen zuständig. "Aber auch der Spaß ist wichtig", betont der 47-Jährige. So stehen etwa Ausflüge, Kinobesuche und Jugendzeltlager auf dem Terminplan.

24 Stunden erreichbar sein. Raus müssen, wenn andere schlafen. Menschen helfen, die in Not geraten sind. Verantwortung für Mitmenschen und Umwelt übernehmen und teils bedrohliche Situationen erleben. Das heißt es heute, Feuerwehrmann zu sein. Das war zwar früher genauso, doch die Aufgaben haben sich im Lauf der Jahre stark verändert, weiß Willi Schneider. Brandbekämpfung sei vor einigen Jahren der Einsatzschwerpunkt gewesen. "Heute sind die meisten Einsätze technische Unfälle wie Verkehrs- oder Chemieunglücke."

Mittlerweile hat die Feuerwehr jedoch mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Ursache sind die vielschichtigen Freizeitmöglichkeiten heutzutage. Das Angebot für junge Leute reicht vom Fußballverein über Basketball bis hin zum Klettern. Dabei sei die Feuerwehr eine attraktive und sinnvolle Freizeitbeschäftigung, meint Kunze.

Ständiges Lernen sei hierbei ein Grundsatz: Die Jugendlichen lernen theoretische Grundlagen und setzen diese dann um. Beispielsweise werden verschiedene Chemikalien erklärt und behandelt, die ein Gefahrguttransport enthalten kann. Das ist nicht nur für die spätere Arbeit als aktiver Feuerwehrmann wichtig, sondern könnte sich auch in der Schule als durchaus nützliches Wissen erweisen. In der praktischen Ausbildung lernen die Jugendlichen, ihr theoretisches Wissen anzuwenden. Dabei steht ihnen eine "persönliche Schutzausrüstung" zur Verfügung. Sie besteht aus einem Schutzanzug, Helm, Stiefeln, Handschuhen und wird den Jugendlichen kostenlos gestellt. Für die Eltern fallen also keine Kosten an. Im Gegenteil: "Der Feuerwehrverein finanziert sogar die Ausflüge für die Jugendlichen", sagt der Jugendwart.

Der 17-jährige Gregor freut sich darauf, bald "richtiger Feuerwehrmann" zu sein, er kann sich nichts Schöneres vorstellen. "Wir übernehmen die Jugendlichen mit siebzehneinhalb Jahren in den aktiven Dienst", erklärt Kommandant Schneider. Die Freiwillige Feuerwehr Weißenhorn sucht ständig Nachwuchs. Dabei sind aber nicht nur Jugendliche ab zwölf Jahren gemeint: "Wir freuen uns auch sehr über Quereinsteiger."

Wer sich angesprochen fühlt, seine Freizeit abwechslungsreich und interessant zu gestalten, und bereit ist, Verantwortung für seine Mitmenschen und die Umwelt zu übernehmen, der kann jederzeit vorbeischauen, wirbt die Feuerwehr. Die Jugendgruppe trifft sich jeden Dienstagabend von 17.30 bis 19 Uhr am Feuerwehrhaus.

Info Am Samstag, 14. September, beginnt um 15 Uhr eine Rallye mit den Jugendfeuerwehrgruppen aus dem Landkreis, um 18.30 Uhr findet die Siegerehrung statt. Am Sonntag gibt es von 13 bis 17 Uhr Vorführungen von Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Weißenhorn mit Kinderunterhaltung, Kaffee und Kuchen.

Die Feuerwehr Weißenhorn
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