Der Allgäu-Airport gibt im Jahr etwa 1,6 Millionen Euro für die insgesamt acht Fluglotsen auf dem Tower und die Flugsicherungstechnik aus. Das sind Kosten, die an 16 anderen Flughäfen nicht anfallen, weil diese vor bald 25 Jahren als Airports „von Bundesinteresse“ festgeschrieben wurden. Die Kosten für die Flugsicherung übernimmt dort der Bund.

Allgäu Airport kämpft gegen Zweiklassengesellschaft

„Wir kämpfen seit Jahren gegen diese Zweiklassengesellschaft“, sagt Ralf Schmid, der Geschäftsführer des Allgäu-Flughafens. Und nun gibt es erstmals Signale, dass sich die Grundlage für die Finanzierung der  Flugsicherung ändern könnte. „Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat sich nun offenbar auf eine Entlastung der bislang nicht berücksichtigten Flughäfen geeinigt“, sagt Schmid mit Verweis auf Informationen verschiedener Wahlkreisabgeordneter. Es sei geplant, aus Mitteln, die durch eine Erhöhung der Luftverkehrssteuer erzielt werden sollen, die Flugsicherungs-Kosten zu fördern.

Kreis Neu-Ulm ist Airport-Gesellschafter

„So genau weiß noch niemand, was da kommt. Wir sehen aber das positive Signal und gehen davon aus, dass die Ausgestaltung des Luftverkehrsgesetzes zeitnah in Angriff genommen wird“, sagt der Airport-Geschäftsführer. Aus Sicht Schmids muss der Allgäu-Airport im Gesetz dann auch das Prädikat „von Bundesinteresse“ bekommen.

Fluggastzahlen am Flughafen Memmingen steigen seit Jahren

Im Jahr 2018 sind rund 1,5 Millionen Fluggäste ab dem oder zum Allgäu Airport geflogen. Im laufenden Jahr werden 1,65 Millionen Passagiere erwartet. Der Flughafenbetrieb auf dem ehemaligen Bundeswehr-Fliegerhorst ist seit 2017 von der Grundstücksverwaltung der Gewerbeflächen getrennt. Der Besitzgesellschaft gehört neben den Städten Memmingen, Kempten und Kaufbeuren und den  Landkreisen Oberallgäu, Unterallgäu, Ostallgäu und Lindau auch der Kreis Neu-Ulm an. Letzterer ist auch an der Flughafengesellschaft, beteiligt. Die wies 2018 einen Jahresüberschuss von 261.000 Euro aus.