Elchingen/Neu-Ulm / VS  Uhr
Von Atemnot bis Zeckenstich - das komplette Programm eines Kurses in Erster Hilfe haben 15 Asylbewerber beim Bayerischen Roten Kreuz in Neu-Ulm durchlaufen. Organisiert hatte den Tag der Elchinger Freundeskreis für Flüchtlinge.

Ausbilder Michael Winkler hatte den Tag so angelegt, dass es viele Praxisübungen gab, beispielsweise die stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung und das Anlegen von Verbänden. Um das theoretische Wissen zu vermitteln, hatte der Freundeskreis Dolmetscher mitgebracht, die Winklers Worte ins Arabische und in Urdu übersetzten. Die Teilnehmer kamen aus Syrien, Afghanistan, Äthiopien. Für Winkler war es zwar ungewohnt, die Pausen für die Übersetzungen und die dadurch entstehenden Gesprächen in den Gruppen auszuhalten, aber er sah darin kein Problem: "Das ist totales Neuland für uns, aber es hat überhaupt nicht gestört." Gefreut hat ihn, dass die 14 Männer und eine Frau mit einer "Riesenmotivation" den ganzen Tag über mitgearbeitet haben: "Die waren sehr wissbegierig, das war toll." Manche konnten auch schon Fragen in gebrochenem Deutsch stellen.

Ein Teilnehmer, der früher Sportlehrer in Äthiopien war und dort eine Ausbildung zum Ersthelfer absolviert hat, sagte: "Hier in Deutschland gibt es viel besseres Material."

Auch alle anderen haben nach eigenen Angaben viel von dem Tag profitiert. Mit großem Interesse inspizierten sie zudem einen Rettungswagen. Beim Stichwort Zecken hörten alle gespannt zu: Denn diese kleinen, aber gefährlichen Tiere kennen die Flüchtlinge aus ihren Heimatländern nicht.

Am Ende rührte Michael Winkler die Werbetrommel in eigener Sache: "Die Türen des Roten Kreuzes und von anderen Rettungskräften stehen Ihnen offen. Hier können Sie sich engagieren."