Kirchberg Fliegenpilze wachsen aus dem Asphalt

Straßenkunst: ein Ferienprojekt in Kirchberg. Foto: Beate Reuter-Manz
Straßenkunst: ein Ferienprojekt in Kirchberg. Foto: Beate Reuter-Manz
Kirchberg / BEATE REUTER-MANZ 19.08.2013
Straßenkunst auf hohem Niveau hat es jetzt beim Ferienprogramm in Kirchberg gegeben. Das farbenfrohe 3-D-Kunstwerk zwischen Schule und Festhalle ist ein Hingucker.

Bei 3-D-Bildern muss man sehr exakt malen, auch wenn sie auf die Straße kommen; die ständig gebückte Haltung fordert die Rückenmuskulatur; Husch-Husch geht gar nicht: Das sind drei wichtige Erkenntnisse, die zwölf Kinder und Jugendliche jetzt aus dem Workshop "Street-Art" zogen. Zusammen mit Nicole Wieser zauberten die 9- bis 16-Jährigen auf dem Platz zwischen Schule und Festhalle in Kirchberg ein wahres Kunstwerk auf den Asphalt. Drei leuchtend rote Fliegenpilze scheinen aus dem Teer herauszuwachsen.

Die 25-Jährige Nicole Wieser, die gerade ihr Lehramtsstudium in den Fächern Kunst und Mathe abgeschlossen hat, wollte die Zeit bis zu ihrem Referendariat sinnvoll nutzen. Sie engagierte sich im dörflichen Ferienprogramm. "Ich wollte wissen, wie so ein Angebot bei Kindern ankommt. Vielleicht kann ich das später ja auch mal in meinen Unterricht einbauen." Das Kunstprojekt, eine Zwei-Tages-Geschichte, kam klasse an, obschon die Kinder ausgesprochen gefordert waren. Motivwahl, Fotografieren, Raster auf Motiv, perspektivisches Raster samt Motiv auf den Boden, vorskizzieren: Erst nach diesen aufwendigen Schritten begann für die Kind das eigentliche Malen. Ihre Farben - eine Mixtur aus Kreidepulver und Tapetenkleister- mischten sie selber an.

"Das haben sie wirklich super gemacht", urteilte die 25-Jährige Kursleiterin am Ende. Denn das perspektivische Malen sei alles andere als einfach. Bei gewissen Schritten müsse man den Kopf ausschalten. "Das gemeinsame Motiv-Aussuchen und Malen und dann die süßen Pausen": Das waren für den elfjährigen Moritz die Highlights. Süße Pausen? "Klar, diese Art des Malens ist anstrengend und verbraucht Energie. Die muss ja aufgefüllt werden", lacht Wieser.

Street-Art ist vergänglich, lang anhaltenden Regen verträgt sie nicht. Doch die Gruppe hat ihr Werk verewigt. Mit einem richtigen Fotoshooting und Bildern, die jeden einzelnen Maler zwischen oder auf den roten Fliegenpilzen zeigt.