Oberelchingen Fleißig, diszipliniert und lebenslustig: Lorenz Scherer feiert 90. Geburtstag

Feiert heute 90. Geburtstag: Lorenz Scherer aus Elchingen. Foto: Barbara Hinzpeter
Feiert heute 90. Geburtstag: Lorenz Scherer aus Elchingen. Foto: Barbara Hinzpeter
Oberelchingen / BARBARA HINZPETER 31.08.2013
Bei aller Arbeit "habe ich auch immer gern gefestet", sagt Lorenz Scherer. Heute hat er einen guten Grund: Der Oberelchinger feiert 90. Geburtstag.

Viel Fleiß und Disziplin waren nötig, damit Lorenz Scherer in jungen Jahren seinen Wissensdurst stillen konnte. Der Ingenieur war zuerst in der Pflugfabrik Eberhardt für die Konstruktion zuständig, später arbeitete er in leitender Funktion bei Magirus. Beruflich kam er in ganz Westeuropa herum, in Nordafrika und in den USA. Er machte sich ein Bild von der Agrarwirtschaft in den Ländern, in die Eberhardt exportierte. "Das war ein ganz interessantes Dasein. Aber einfach war es nicht."

Das gilt auch für den Weg zum Studium: Lorenz Scherer wurde in Oberfahlheim geboren und wuchs in Schönebach bei Dinkelscherben auf. Der Vater war Schmiedemeister, Lorenz Scherer lernte bei ihm das Handwerk. An ein Studium war nicht zu denken, dafür war kein Geld da. "Bei Nacht und Nebel" büffelte er aber für die Mittlere Reife und für die Aufnahmeprüfung an der Maschinenbauschule Augsburg. 1941 wurde er zum Studium zugelassen und war überglücklich.

Im Krieg wurde Scherer in Russland verwundet, kam in Gefangenschaft und konnte fliehen. Später setzte er sich erneut an die Bücher und fing nochmal von vorne an zu studieren. Seine künstlerische Begabung half ihm, das zu finanzieren: Im Lazarett hatte er einen Künstler kennen gelernt und selbst begonnen zu malen. 1952 heiratete er seine Frau Agnes. "Sie zu finden, war das Beste in meinem Leben."

Sie bekamen drei Kinder und haben sieben Enkel. Musik und Kunst bestimmten und bestimmen das Leben der Familie. 26 Jahre lang war Scherer Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Oberelchingen und Mitglied zahlreicher anderer Vereine. Stets hat er ein unglaubliches Pensum bewältigt. Jetzt, so sagt der rüstige Jubilar, "mache ich nur das Wichtigste". Dazu gehört, für sich und seine Frau jeden Tag "was Gescheites" zu kochen.

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