Energie Feuer und Flamme für Fernwärme

Freuen sich über den ersten Etappenerfolg (von links): Alois Alt, Geschäftsführer Fernwärme GmbH, Pfarrer Andreas Erstling, Landrat Thorsten Freudenberger, Pfarrer Daniel Ritzler, Bürgermeister Wolfgang Fendt, Markus Hertel, designierter neuer Geschäftsführer, Wolfgang Rommel von Bifa.
Freuen sich über den ersten Etappenerfolg (von links): Alois Alt, Geschäftsführer Fernwärme GmbH, Pfarrer Andreas Erstling, Landrat Thorsten Freudenberger, Pfarrer Daniel Ritzler, Bürgermeister Wolfgang Fendt, Markus Hertel, designierter neuer Geschäftsführer, Wolfgang Rommel von Bifa. © Foto: Claudia Schäfer
Claudia Schäfer 14.07.2018

Schon seit Oktober wird Fernwärmekunden entlang der Haupttrasse vom Müllkraftwerk zum Claretinerkolleg mit Abwärme aus der Müllverbrennung eingeheizt, die Arbeiten am zweiten Abschnitt laufen. Gestern ist die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts gefeiert worden. Dabei blickten Vertreter von Kreis und Stadt darauf zurück, wie das Millionenvorhaben entstanden ist und was noch daraus werden könnte.

Ja, die Planung war kompliziert, die Bauarbeiten waren stellenweise schwierig, die Belastungen für die Anwohner während der Bauphase hoch. Doch der gemeinsame Schritt von Stadt und Landkreis, die Abwärme des Müllheizkraftwerks zum Heizen von Gebäuden zu nutzen und dafür fast neun Millionen Euro in die Hand zu nehmen, hat sich gelohnt. Darin waren sich alle einig.

Zum Beispiel Alois Alt, der als Geschäftsführer der Fernwärme Weißenhorn sagte, es sei das „schier Unmögliche geleistet“ worden. Landrat Thorsten Freudenberger, der von der beachtlichen Einsparung von rund 740 000 Litern Heizöl oder 2500 Tonnen Kohlendioxid sprach, die am Ende von Bauabschnitt zwei erreicht werde. Bürgermeister Wolfgang Fendt, der die Zusammenarbeit der vielen Beteiligten für den Umweltschutz hervorhob.

Der Vertreter des als technischer Berater tätigen Bifa-Umweltinstituts Augsburg, Wolfgang Rommel, sprach in eindringlichen Worten von der Verantwortung, mit Blick auf den Klimawandel gerade im Heizungsbereich Energie zu sparen. Sein Kollege Markus Hertel ließ die Planungs- und Bauphase Revue passieren. Er erinnerte an Sperrungen, „noch bevor eine Baggerschaufel voll war“, weil im Eschach nach Blindgängern aus dem Krieg gesucht werden musste. Auch die Grundwasser- und Bodenverhältnisse im Bereich der Bahnquerungen seien schwierig gewesen, am Rande der Innenstadt habe man wegen Bodendenkmälern aufpassen müssen. Und dann seien da die Querungen der Roth und Nebenroth gewesen, in denen sich die Schweißer bei der Arbeit in Taucher verwandelt hätten.

Der derzeit laufende zweite Bauabschnitt sei technisch weit weniger anspruchsvoll, sagte Hertel. Da die Trasse aber „tiefer in Wohngebiete“ gehe, gebe es mehr Schwierigkeiten wegen der Verkehrssituation.

Es wird also weiter die Geduld der Weißenhorner gefordert sein. Für die Einschränkungen warben die Redner jetzt schon um Verständnis. Am Ende profitiere ganz Weißenhorn von der Fernwärme, nicht nur die Kunden, fasste Hertel zusammen: Die ganze Stadt bekomme dank der geringeren Zahl an konventionellen Heizungen eine bessere Luftqualität.

Die weiteren Schritte sind längst geplant

Wechsel Markus Hertel vom Bifa-Umweltinstitut löst im September Alois Alt als Geschäftsführer der Fernwärme Weißenhorn ab. Alt, 72, früherer Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Iller-Roth-Günz, hatte die Koordination des Projekts interimsweise übernommen.

Start Im Bauabschnitt eins wurden rund fünf Kilometer Leitungen vom Müllkraftwerk bis zur Klinik und zum Claretinerkolleg verlegt. Ein Stationsgebäude in der Daimlerstraße beherbergt die Aggregate und die Leittechnik, im Müllkraftwerk wurde ein Wärmetauscher gebaut.

Ausbau Der Bauabschnitt zwei begann im Mai, führt von der Günzburger Straße zu Mittelschule und Gymnasium und schließt das Baugebiet Mittlere Platte ein. Bis September sollen 60 Gebäude angeschlossen sein. Ein dritter Bauabschnitt soll ab 2019 die Innenstadt anbinden.

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