Warum am Donnerstagabend in einer Lagerhalle auf dem Gelände einer ehemaligen chemischen Großreinigung in Bellenberg ein Feuer ausgebrochen ist, ist weiterhin unklar. „Die Kriminalpolizei Neu-Ulm ermittelt in alle Richtungen“, sagte Polizei-Pressesprecher Holger Stabik auf Anfrage unserer Zeitung. Also sowohl in Richtung Brandstiftung, als auch in Richtung eines technischen Defekts. Allerdings könnte es sein, dass die Brandursache nicht mehr geklärt werden kann, so Stabik. Die Feuerwehr hat das Gebäude als einsturzgefährdet eingestuft, die Kriminaltechniker dürfen deswegen nicht hinein.

Großfeuer in ehemaliger Reinigung Offene Fragen nach Brand in Bellenberg

Bellenberg

Am heutigen Dienstag wird der Gutachter einer Versicherungsgesellschaft den Brandort untersuchen. Auch er ist über den schlechten Gebäudezustand informiert, dürfte auf eigene Verantwortung die Halle jedoch betreten. Am Mittwoch wollen sich die Ermittler dann mit dem Versicherungsgutachter austauschen, ob er Erkenntnisse zur Brandursache gewinnen konnte.

Termin für Versteigerung bleibt bestehen

Danach wird die Polizei über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Bei einem technischen Defekt wäre die Arbeit der Polizei beendet, anders bei einer mutmaßlichen Brandstiftung. Möglich ist auch, dass das einsturzgefährdete Gebäude zunächst abgebrochen wird – und die Brandgutachter dann im Schutthaufen Ursachenforschung betreiben.

Das Gelände der ehemaligen Großwäscherei „Heinrich Sohn“ war schon vor dem Brand zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben, das Neu-Ulmer Amtsgericht hatte dafür den 25. März festgesetzt. Ein Gutachten beziffert den Verkehrswert der 24 000 Quadratmeter großen Immobilie auf mehr als 3,8 Millionen Euro. „Der Versteigerungstermin bleibt aufrechterhalten“, teilte Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer mit. Er will sich aber nochmals mit der zuständigen Rechtspflegerin beraten.