Thalfingen Ferienfreizeit mit vielen Freiheiten

Beim Hüttenbau können die Kinder während der Ferienfreizeit eigene Ideen umsetzen. Foto: Barbara Hinzpeter
Beim Hüttenbau können die Kinder während der Ferienfreizeit eigene Ideen umsetzen. Foto: Barbara Hinzpeter
Thalfingen / BARBARA HINZPETER 16.08.2013
Sie gehört zum Elchinger Sommer wie das Happy End zum Märchen: die Stadtranderholung auf dem Festplatz, diesmal mit dem Motto "Märchenhaft". Dort entstehen wie jedes Jahr gemütliche Bretterbuden.

Das Märchenzelt steht - passend zum diesjährigen Motto der Freizeit: "Märchenhaft". Kinder basteln oder sie chillen in der Hängematte. Aber auch an der Werkzeug- und Holzausgabe herrscht Hochbetrieb. Denn der Regen in der zweiten Hälfte der ersten Ferienwoche hat zu Zwangspausen beim Hüttenbauen geführt. Das ist nach wie vor beliebt. Dort können die Kinder nach Herzenslust sägen und hämmern - vorausgesetzt, sie beachten die Regeln, die der Sicherheit dienen. Ansonsten gibt es kaum Vorschriften. Vor allem der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Genau das findet Emma (9) toll. Sie und ihre Freundin Cosima nageln beschichteten Stoff aufs Fensterbrett. Schließlich soll das Erdgeschoss ihrer Hütte ein Süßigkeiten-laden werden, die Waren wollen sie am Fenster ausgeben. Nur ein paar Schritte weiter steht das Haus von Jasmina, Theresa und Lea. "Ein bisschen schräg", merkt Jasmina (7) kritisch an. Außerdem fehlt das Dach noch. Drinnen aber ist es schon recht gemütlich. In der zweiten Ferienwoche geht es ans Einrichten: Jede Menge Tücher und Farben werden jetzt verarbeitet. Etwas mehr als 100 Kinder sind diese Woche auf dem Platz, im ersten Abschnitt waren es etwa 170 - und damit deutlich weniger als in den Jahren zuvor.

Ob es am Rückgang der Kinderzahlen oder am zusätzlichen Angebot in Elchingen liegt, kann Michael Hermann nicht sagen. Der Jugendpfleger ist als Hauptamtlicher für das Geschehen auf dem Platz verantwortlich. Er wünscht sich mehr Werbung für das Ferienangebot der Gemeinde. Es zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass es vor allem von jungen Leuten aus dem Ort getragen wird: Fast alle ehrenamtlichen Betreuer stammen aus Elchingen. Die meisten sind Studenten, einige sind noch Schüler.

Etwa jeder Dritte ist schon berufstätig wie etwa der Werkzeugmechaniker Sven Lender oder Kfz-Mechatroniker Dominik Nestele. Zwei Wochen ihres Jahresurlaubs gehen für die Stadtranderholung drauf. Genauso wie bei den Betreuern früher, "die wir als Kinder bewunderten und cool fanden", erzählt Alex Hank. Er ist wie die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen mit der Stadtranderholung aufgewachsen - und bietet den Kindern als Betreuer nichts anderes als das, was ihm damals selbst riesig Spaß gemacht hat.

Deshalb wird sich auch trotz mancher organisatorischer Neuerungen und Verbesserungen nichts Grundlegendes am Konzept ändern. Die Kontinuität ist gewahrt, obwohl jetzt der Generationenwechsel im Team endgültig vollzogen ist, wie Michael Hermann sagt. Das aber bleibt: Zur Stadtranderholung auf dem Festplatz gehört das Gefühl von Abenteuer und Freiheit. Sven, Dominik und Alex verschließen die Augen nicht davor, dass sich manches verändert hat seit ihrer eigenen Kindheit. Dazu gehören der Medien- und Handy-Gebrauch. Die Betreuer versuchen den Kindern aber zu vermitteln, dass sie beim Hüttenbauen kein Smartphone brauchen.