Engagement Fairer Kaffee für Bildung und Straßen

Die Vöhringer KAB-Aktivisten Theresia Nottensteiner, Silvia Gugler und Heinrich Gingele (von links).
Die Vöhringer KAB-Aktivisten Theresia Nottensteiner, Silvia Gugler und Heinrich Gingele (von links). © Foto: Ingrid Weichsberger
Ingrid Weichsberger 27.12.2017
Die Katholische Arbeiterbewegung verkauft auf dem Vöhringer Wochenmarkt seit 25 Jahren fair gehandelte Waren.

Seit 25 Jahren werden auf dem Vöhringer Wochenmarkt fair gehandelte Waren verkauft. Mit dem Erlös werden durch die Katholische Arbeiterbewegung (KAB) soziale Projekte unterstützt. Sechs Helfer teilen sich diese Aufgabe, einmal im Monat hinter dem Verkaufsstand zu stehen und die Waren anzubieten. Vor allem Kaffee wird verkauft. „Hier geht es nicht um Almosen, sondern diese Leute unterstützen uns bewusst“, sagt Silvia Gugler. Ihr Kollege Heinrich Gingele erklärt dazu, dass der angebotene Bio-Kaffee Deutschlands nachhaltigstes Produkt und am 8. Dezember in Düsseldorf mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden sei.

Vor einem Jahrzehnt haben die Vöhringer Helfer – mit der Unterstützung von Bürgermeister Karl Janson – den Versuch unternommen, ihre Waren im Bürgerbüro des Rathauses anzubieten. Dieses Engagement war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, meint Theresia Nottensteiner.

Leuchturmprojekt in Peru

Die Vöhringer Mitglieder der KAB, deren Sprecher Alois Felkel ist, sind eine  kleine Gruppe, die der Pfarrgemeinde Sankt Michael verbunden ist. Welche Projekte mit dem Verkaufserlös unterstützt werden, entscheidet die „KAB International“. Nur fünf Prozent werden zur Deckung der Unkosten verwendet, heißt es.

Bevor die Teilnahme an einem Projekt beschlossen werde, kämen auch die Empfänger zu Wort. Sie werden gefragt, was in ihrem Dorf notwendig ist und gefördert werden soll. Als Beispiel nennt Gingele die 55 000 Einwohner zählende Hauptstadt Tingo Maria in der Provinz Leonic Prado in Peru.  Die Leute in dieser Stadt hätten die Initiative ergriffen und sich zu Kooperationen zusammengeschlossen, ähnlich wie einst  die Konsumgenossenschaften hierzulande.

Anstelle von Kokapflanzen gebe es nun Wiesen und Felder. Außerdem werde inzwischen Käse produziert, der über eine Straße auch zu den umliegenden Märkten transportiert werden könne. Auch diese Infrastruktur sei Teil eines Förderprogramms gewesen. Vorher habe alles auf dem Rücken, in einem dreistündigen Fußmarsch, den Berg hochgeschleppt werden müssen.

In Tingo Maria sei auf Bürgerwunsch außerdem das Gästehaus „Monte Video“ gebaut worden, in dem Einheimische weitergebildet werden. Dieses Haus sei zu einem Leuchtturmprojekt für diese Region geworden. „Das war eine unglaubliche Leistung der Einwohner“, erklärt Heinrich Gingele stolz. Zumal es nun eine Schule gibt, in der zwei Lehrer unterrichten.