Von Sitzung zu Sitzung wird der Investitionsumfang für die nächsten Erweiterungs- und Sanierungsprojekte an Schulen im Landkreis Neu-Ulm klarer. Im März im Zuge der Haushaltsberatungen hatte der Kreistag zwei Gymnasien in das Investitionsprogramm genommen: das Lessing- und das Illertal-Gymnasium in Neu-Ulm und Illerzell. Als "Merkposten" hatte der Bau- und Planungsausschuss des Kreistags rund sechs Millionen im Investitionsplan vorgesehen. Seit gestern ist endgültig klar, dass dies bei weitem nicht reichen wird. Allein in Neu-Ulm wird für das boomende Gymnasium 2573 Quadratmetern Nutzfläche zusätzlich benötigt. In 24 Klassen wird dort zurzeit unterrichtet, 14 Klassen plus weitere Fach- und Verwaltungsräume werden zusätzlich gebraucht. Ein entsprechendes Raumprogramm hat der Schulausschuss bereits als Antrag an die Regierung von Schwaben beschlossen. Landrat Erich Josef Geßner freut sich über die Beliebtheit, den die Schule erfährt. "Dies ist sicher auch auf die bereits getätigten Investitionen im Bereich der Mensa und der Bibliothek zurückzuführen - wie auch auf die offenen und gebundenen Ganztagesklassen, die auf die Bedürfnisse vieler Familien in Neu-Ulm eingehen." Der Zulauf wird wohl auch nicht abreißen, denn Neu-Ulm wird bis zum Jahre 2030 eine steigende Geburtenrate prognostiziert. Mit rund elf Millionen Euro wird für den Erweiterungsbau mit Außenanlagen, Möblierung und Baunebenkosten gerechnet, gab Geßner bekannt. Im Laufe der Diskussion wurde klar, dass für den Umbau und die Sanierung im Altbestand möglicherweise mit Kosten in ähnlicher Höhe zu rechnen ist.

Der Ausschuss hat zugestimmt, dass für das Projekt ein Wettbewerb ausgelobt wird: An die 30 Bewerber sollen Entwürfe vorlegen. Das Gelände in der Neu-Ulmer Innenstadt ist schließlich nicht ganz einfach zu bebauen, sagte Kreisbaumeister Rudolf Hartberger. Rund um die Schulgebäude zwischen Augsburger und Offenhauser Straße ist wenig Platz. "Das benachbarte Sportgelände, das zur Schule, wollen wir aber nicht antasten", sagte er. Für einen Erweiterungsbau bleibe also nur noch eine Rasenfläche und der Lehrerparkplatz in Norden. "Die bestehenden Gebäude sind bereits drei- bis viergeschossig", gab er zu bedenken. Landkreisverwaltung wie Kreisräte sind gespannt, auf welche Vorschläge die Planer angesichts der "schwierigen Aufgabenstellung" kommen werden. Anton Rupp (CSU) bekräftigte - wie auch die anderen im Ausschuss vertretenen Fraktionen - das Festhalten am Standort in der Innenstadt für diese Schule. "Immerhin haben wir in deren Entwicklung bereits einiges investiert", ergänzte er. Nun gelte es, die Erweiterung und Sanierung auf den Weg zu bringen. Ende Mai 2013 könnte die Auftragsvergabe an die planenden Architekten erfolgen, ergänzte Geßner.

Georg Schreiber fragte, ob es denn schon Vorgespräche gegeben habe und ob die Regierung von Schwaben das Raumprogramm mittragen wird. Dies sei schließlich ausschlaggebend für die Höhe des Anteils, den der Landkreis ohne staatliche Hilfe zu finanzieren hat. Ohne diesen Bescheid könne der Wettbewerb nicht starten, stellte Geßner klar. Möglicherweise werde für den Ausbau des Ganztagsunterrichts nicht alles genehmigt. "Dann ist es an uns zu entscheiden, wie viel uns das Konzept wert ist", ergänzte er. Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen beschloss der Ausschuss zudem, mindestens den Erweiterungsbau im Passivhaus-Standard zu ertellen - wie bei der Erweiterung und Sanierung der Fachober- und Berufsoberschule in Neu-Ulm.